Seit Neujahr sind wieder vier belgische Kernreaktoren am Netz

Die Energieversorgung durch Atomstrom in Belgien ist seit dem Jahreswechsel wieder weitgehend gesichert, wie Kraftwerksbetreiber Engie Electrabel mitteilt. Am Neujahrstag sind  Meiler Doel 4 und Tihange 3 wieder hochgefahren worden. Damit sind wieder vier der insgesamt sieben belgischen Atommeilern am Netz um Strom zu produzieren.

Eigentlich war der Meiler Doel 4 im gleichnamigen Kernkraftwerk bei Antwerpen (Foto oben) schon Mitte Dezember wieder hochgefahren worden, doch verschmutztes Wasser blockierte eine Pumpe und der Meiler wurde wieder abgeschaltet. Danach arbeitet er nicht mit voller Kraft, damit noch in den Anlagen befindliches Brackwasser ablaufen konnte. Zu Neujahr wurde Doel 4 endgültig wieder ans Netz genommen, gleichzeitig mit dem Meiler Tihange 3 aus dem Kernkraftwerk bei Lüttich (Foto unten).

Bei Tihange 3 hatte Kraftwerksbetreiber Engie Electrabel noch auf grünes Licht von Seiten der belgischen Atomaufsichtsbehörde FANC gewartet. Von dort aus gab es keine Bedenken und somit wurde der Meiler weitaus früher wieder hochgefahren, als geplant. Ursprünglich war vorgesehen, diesen Meiler, der wegen dringender Reparatur- und Wartungsarbeiten (Betonschäden) vom Netz genommen werden musste, im März wieder nutzen zu können. Vor einigen Wochen hieß es dann, der 7. Januar werde ins Auge gefasst. Doch jetzt ist der Meiler schon wieder am Netz.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Ricardo Smit

Mit Doel 4 und Tihange 3 produzieren wieder vier Meiler Strom. Doel 3 und Tihange 1 sind schon länger wieder am Netz. Zeitweise waren durch vorhergesehene und auch durch unvorhergesehene Wartungen und Reparaturen sechs von sieben Meilern in Belgien abgeschaltet. Dabei wurden Stromausfälle befürchtet und die Energiebehörden stellten einen regionalen und lokalen Abschaltplan auf, um notfalls mit einem sogenannten „brown out“ vorgehen zu können, um einen totalen „black out“ vermeiden zu können. 

Klappt das mit dem Atomausstieg bis 2025?

Inzwischen steht die Frage im Raum, ob der Atomausstieg Belgiens bis 2025 überhaupt zu schaffen ist. Durch die Tatsache, dass die aktuelle belgische Bundesregierung durch eine politische Krise im Dezember lediglich noch geschäftsführend im Amt ist und dass die nächsten Parlamentswahlen Ende Mai stattfinden - mit anschließender Koalitionsbildung - verstreichen wichtige Entscheidungstermine und Alternativen bestehen derzeit auch nicht wirklich. Diese Frage stellen ausgerechnet Energieproduzenten, die daran erinnern, dass sie, die stromverbrauchende Industrie und auch die belgische Bevölkerung weitgehend hinter einem Atomaus stehen. 

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