Einmalig in Europa: Kernforschungszentrum Mol recycelt medizinischen Strahlenabfall

Das Kernforschungszentrum von Mol (SCK - Foto) in der Provinz Antwerpen wird als erstes Institut seiner Art in Europa strahlende Anfälle aus der Medizin recyceln. Dazu arbeitet das SCK mit dem Nationalen Institut für Radio-Elemente (IRE) in Fleurus in der wallonischen Provinz Hennegau zusammen. 2022 soll dazu in Mol eine Spezialanlage in Betrieb genommen werden. Belgien wird damit als erstes Land in Europa Abfälle aus der Nuklearmedizin aufbereiten.

Belgiens ist eines von fünf Ländern weltweit, in denen auf umfassender Ebene Radio-Isotopen für die Nuklearmedizin produziert werden. Diese Isotopen werden in Scannern genutzt, um Diagnosen stellen zu können. Doch auch bei der Behandlung bestimmter Krankheiten, wie z.B. Krebs, kommt solches strahlendes Material zum Tragen.

Radio-Isotopen werden in Mol hergestellt und danach in Fleurus einer chemischen Behandlung unterzogen. Die Reststoffe, die nach diesem Verfahren übrig bleiben, sind hochradioaktiv und werden bisher auf dem Gelände des Kernforschungszentrums SCK in Mol gelagert. Ab 2022 sollen sie dort vor Ort recycelt werden.

Eric van Walle, der Generaldirektor des SCK in Mol sagte dazu gegenüber VRT NWS: „Diese Reststoffe befassen hochradioaktives Uran. Wir werden das hier in Mol zu leicht radioaktivem Uran verdünnen, das weniger gefährlich ist. Dieses Uran werden wir danach säubern, damit es entweder genutzt wird, um neue Radio-Isotopen herzustellen, oder aber als Brennstoff für unsere Reaktoren.“

„Diese Reststoffe befassen hochradioaktives Uran. Wir werden das hier in Mol zu leicht radioaktivem Uran verdünnen, das weniger gefährlich ist.“

SCK-Generaldirektor Eric van Walle

Das gemeinsame Projekt von SCK in Mol und IRE in Fleurus wird „Recumo“ genannt und ist in Europa ein einmaliges Verfahren. Nirgendwo anders in der Europäischen Union wird derzeit hochradioaktiver medizinischer Strahlenabfall in hohem Maße recycelt und wieder aufbereitet. Allerdings braucht das „Recumo“-Projekt noch eine Zustimmung aus den USA.

„Hochradioaktives Uran ist ein Strahlenmaterial, das auch für den Bau von Kernwaffen genutzt werden kann.“, so SCK-Generaldirektor van Walle: „Wir können nur damit arbeiten, wenn die Vereinigten Staaten dem zustimmen. Doch dort weiße man, dass wir mit unserem Projekt Uran verdünnen und demnach unschädlich machen wollen. Sie sehen dies denn auch positiv.“