Geschmacklos: Netflix nutzt Bilder der Bahnkatastrophe von Buizingen für Horrorfilm

Derzeit ist beim Streaming-Anbieter Netflix ein Thriller- und Horrorfilm zu sehen, in der Bilder der Bahnkatastrophe von Buizingen in der Provinz Flämisch-Brabant, bei der 2010 zahlreiche Reisende ums Leben kamen oder schwer verletzt wurdenn auftauchen (Foto oben). Die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB und Angehörige der Opfer sind schockiert.

Bei dem Streifen handelt es sich um die US-Produktion „Death Note“. In einer bestimmten Szene ist ein fiktiver Nachrichtensprecher zu sehen, der eine Meldung zu Selbstmorden vorliest. Fünf der Protagonisten hätten sich vor einen Zug geworfen, heißt es in dieser Nachricht. Dabei laufen im Hintergrund Luftaufnahmen von der Bahnkatastrophe von Buizingen aus dem Jahr 2010.

Am 15. Februar 2010 stießen in der Nähe des Bahnhofs von Buizingen in Flämisch-Brabant ein Regionalzug auf dem Weg von Löwen nach s’Gravenbrakel und ein Intercity von Quiévrain nach Lüttich zusammen (Foto unten). Dabei kamen 19 Menschen ums Leben und 310 Fahrgäste wurden verletzt, elf davon schwer.

Angesichts dieser Bilder zeigen sich Opfer und Angehörige von Opfern von damals schockiert. Die belgische Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB prüft zudem rechtliche Schritte. Unklar ist, ob Netflix oder die Produktionsfirma der Serie „Death Note“ eine Zustimmung für die Nutzung dieser Bilder hatte. Auf jeden Fall waren weder die Bahn, noch die Opfer der Katastrophe davon unterrichtet, wie die flämische Tageszeitung De Standaard dazu meldet. 

„Das zeugt von wenig Respekt für die, die in einem der Züge saßen und die das überlebten und auch für die trauernden Familien.“

Anita Mahy, Überlebende des Zugunglücks von Buizingen

Bahnsprecher Dimitri Temmerman gab an, es müsse eine Reaktion oder eine Entschuldigung von Seiten von Netflix kommen: „Eine Reaktion ist zumindest angesagt und wenn es nur aus Respekt vor den Opfern der Bahnkatastrophe ist und vor denen, die damals dabei waren, wie zum Beispiel das Bahnpersonal oder die Rettungsdienste. Zunächst haben wir uns erschrocken. Sie brauchen gleich welche Bilder, um einen Unfall zu illustrieren. Auch für die Opfer oder deren Angehörige ist es erschreckend, wenn man einfach einen Film schaut und plötzlich mit diesen Bildern konfrontiert wird. Wir prüfen jetzt, wie wir darauf reagieren können.“

Anita Mahy, eine Frau, die damals in einem der Unglückszüge saß und die Katastrophe überlebte, reagierte gegenüber VRT NWS aufgebracht: „Das ist skandalös. Es handelt sich um einen fiktiven Horrorfilm in dem Bilder einer tatsächlichen Katastrophe gebraucht werden. Das zeugt von wenig Respekt für die, die in einem der Züge saßen und die das überlebten und auch für die trauernden Familien. Das ist inakzeptabel. Ich werde alles daransetzen, um dagegen vorzugehen.“