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Rechtsextremer Protestmarsch gegen neuen Stadtrat in Ninove

In Ninove (Ostflandern) haben am gestrigen Donnerstagabend mehr als 1.000 Personen gegen die neue Stadtverwaltung protestiert. Der große Sieger der letzten Gemeinderatswahlen, die rechtsradikale Forza Ninove, ist nicht im neuen Stadtrat vertreten. Die Demonstration verlief ohne größere Zwischenfälle.

Bürgermeisterin Tania De Jonge von Ninove zeigte Verständnis für die Demonstration. Doch sie sei auch überrascht, so De Jonge, dass auffallend viele Demonstranten von außerhalb der Stadt auf die Straße in Ninove gegangen seien. Vlaams Belganger Guy D'haeseleer, der Spitzenpolitiker von Forza Ninove, fühlt sich jedoch gerade durch die Unterstützung von Personen von außerhalb von Ninove bestärkt. Die Demonstranten sind der Meinung, dass die Tatsache, dass Guy D'haeseleer nicht im Stadtrat vertreten ist, ein Demokratiemanko sei.

Rund 3.000 Menschen hatten über Facebook wissen lassen, dass sie an der Demonstration "interessiert" seien, aber letztlich sind nur 1.000 Unzufriedene auf die Straße gegangen. Die Polizei hatte mit bis zu 2.000 Teilnehmern gerechnet und war deshalb massiv anwesend.

Der Protestzug, an dem neben Guy D'Haeseleer auch Filip Dewinter von Vlaams Belang und Dries Van Langenhove von Schild & Vrienden teilnahmen, kam um 19.15 Uhr am Rathaus von Ninove an. Vor dem Rathaus wurde unter anderem "De Vlaamse leeuw" gesungen.

Unterdessen wurde im Stadtrat, der ruhig durchging, das neue Schöffenkollegium, das heißt die neuen Stadträte, eingeführt. Bei der Vereidigung von Joost Arents gab es aber einige kritische Zwischenrufe. Arents hatte sich der Koalition der liberalen Open VLD und S.A.M.E.N. angeschlossen. Dadurch konnte eine Mehrheit gebildet werden. Er musste danach allerdings seine Partei, die flämischen Regionalisten (N-VA), verlassen.

Der Protestmarsch war von den Rechtsextremen von Schild & Vrienden und dem flämisch-nationalistischen Voorpost (rechtsextreme Organisation in den Niederlanden und Flandern) organisiert worden.

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