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(An-)gespanntes Warten auf das Wahlergebnis im Kongo

Der UN-Sicherheitsrat, das wichtigste Gremium der Vereinten Nationen, in dem nun auch Belgien einen Sitz hat, hat nach einer Versammlung hinter verschlossenen Türen keinen gemeinsamen Standpunkt zu den Wahlen im Kongo erzielt. Die Wahlen hatten letzte Woche stattgefunden. Das Wahlergebnis soll am morgigen Sonntag bekannt gegeben werden.

Mehrere Mitglieder des Rates, darunter Mitglieder aus Afrika, wollen den Druck auf die kongolesischen Behörden nicht zu stark werden lassen. Die afrikanischen Länder haben den Kongo allerdings gemeinsam mit Amerika und Europa dazu aufgerufen,  die Entscheidung an der Urne zu respektieren.

Die Mehrzahl der Wahlbeobachter der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in der Demokratischen Republik Kongo geht davon aus, dass einer der beiden wichtigsten Oppositionskandidaten, Martin Fayulu, die meisten Stimmen hinter sich vereinen kann.

Die kongolesische katholische Kirche, die selbst 40.000 Beobachter ins Landesinnere entsandte, nannte am gestrigen Freitag noch keinen Namen, denn das ist vor den offiziellen Ergebnissen verboten. Allerdings sagte Donatien Nsholee folgendes: „Unsere Beobachtermission stellt fest, dass die Daten, die wir während der Wahlen in den Wahllokalen bekommen haben, zeigen, dass die Wähler einem Präsidentschaftskandidaten eindeutig den Vorzug gegeben haben.“

Die Afrikanische Union, die Vereinigten Staaten, die Europäische Union und auch Belgien erhöhen den Druck auf die kongolesischen Führer, das richtige Ergebnis bekannt zu geben, mit anderen Worten, ihre Niederlage anzuerkennen.

Die Wahl von letzter Woche soll den ersten demokratischen Machtwechsel seit rund fünf Jahrzehnten im Kongo einleiten.

Martin Fayulu
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