Schon seit Jahren besondere Sicherheitsmaßnahmen vor jüdischen Einrichtungen

Am kommenden Montag wird die Jury für den Prozess vor dem Schwurgericht im Fall des Anschlags auf das Jüdische Museum vor vier Jahren in Brüssel ausgewählt. Mehdi Nemmouche ist der Hauptangeklagte. Er wird beschuldigt, vier Menschen im Museum getötet zu haben. Jüdische Gebäude, Synagogen und Schulen werden schon seit Jahrzehnten besonders streng bewacht, weil sie eine potenzielle Zielscheibe für Anschläge sind. Das ist auch der Fall für die jüdische Gemeinschaft in Antwerpen.

Die jüdische Gemeinschaft in Belgien, zum Beispiel in Antwerpen, hat gelernt, mit den zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen vor ihren Einrichtungen zu leben. Soldaten im Diamantenviertel und vor den Schulen sind schon lange Realität für die jüdische Gemeinschaft in der Scheldestadt.

„Ich erinnere mich, als ich klein war, dass alle Veranstaltungen in der Synagoge und in der Schule unter Polizeibegleitung erfolgten“, so Daniel Werner, Sprecher des Forums jüdischer Organisationen. „Für mich hat sich nicht viel geändert. Ich sehe aber, dass mehr Menschen außerhalb dieser Gemeinschaft nun auch lernen müssen, damit zu leben. In der jüdischen Gemeinschaft kennen wir das nicht anders.“

Schon lange vor dem Anschlag auf das jüdische Museum in Brüssel hatte es verschiedene Übergriffe auf die jüdische Gemeinschaft in Belgien gegeben. Ein Beispiel ist der Granatenangriff  einer Gruppe jüdischer Kinder in Antwerpen im Sommer 1980.

Ich hörte auf einmal eine Explosion und Geschrei von den Kindern und Frauen, die hier waren, so ein Augenzeuge. Der Täter, Said Al Nasser, war Mitglied einer palästinensischen Terrororganisation.

„Aus diesem Kontext heraus, dem jüdisch-palästinensischen Konflikt, ist die Terrorstufe erhöht und sind die Sicherheitsmaßnahmen in jüdischem Interesse verschärft worden“, so Paul Van Tigchelt, der Direktor von OCAD, der Abteilung für Terrorgefahr. „Wir sehen, dass der jüdisch-palästinensische Konflikt in der Rekrutierungspropaganda dschihadistischer Organisationen noch immer eine große Rolle spielt. Und in diesem Kontext sind die jüdischen Interessen in unserem Land immer noch Gegenstand erhöhter Gefahr und Sicherheitsmaßnahmen.“

Die Terrorwarnung für jüdische Einrichtungen steht deshalb heute noch immer auf 3, die zweithöchste Stufe.

Belga