Anschlag im Jüdischen Museum von Brüssel: Prozessauftakt gegen zwei Hauptverdächtige

Am Brüsseler Geschworenengericht im Justizpalast ist am  Montagmittag die Jury zusammengestellt worden für den Prozess zum Anschlag auf das Jüdische Museum am 24. Mai 2014. Die Jury besteht aus acht Männern und vier Frauen. Außerdem wurden zwölf Ersatzkandidaten bestimmt. Angeklagt sind die beiden Franzosen Mehdi Nemmouche und Nacer Bendrer. Der Anschlag wird der Terrorgruppe Islamischer Staat angelastet.

Der Hauptverdächtige, Mehdi Nemmouche, streitet ab, in das Attentat verwickelt zu sein. Der eigentliche Prozess beginnt am kommenden Donnerstag. Die beiden Angeklagten werden nächste Woche Dienstag, Mittwoch und Donnerstag befragt.

Am 24. Mai 2014 waren vier Menschen in dem Museum erschossen worden. Belgien war damals geschockt. Im Rückblick sollte es der erste islamistisch begründete Anschlag in Europa werden.

Heute wäre der Anschlag von damals nicht mehr so möglich, wie er vor fast fünf Jahren stattgefunden hat. Damals konnte der Täter ungehindert in das Museum eindringen und mit einem Gewehr um sich schießen. Heute müsste er zunächst an Soldaten vorbei, die immer noch den Eingang des Museums bewachen. Und einfach hineinspazieren in das Gebäude könnte er auch nicht mehr.

Der Anschlag vom 24. Mai 2014

Der 24. Mai 2014 war für das Jüdische Museum in Brüssel (Foto unten) ein Schicksalstag. Ein schwer bewaffneter Terrorist drang an diesem Tag in das Museum ein und schoss wild um sich. Dabei tötete er zwei aus Israel gekommene Besucher und eine ehrenamtlich dort tätige Französin. Ein junger Techniker, der ebenfalls im dem Museum arbeitete, erlag Tage später seinen schweren Schussverletzungen.

Ende Mai 2014 konnte der mutmaßliche Täter, der 29 Jahre alte algerische Franzose Mehdi Nemmouche (Illustration unten) aus der Gegend von Lille, in Marseille gefasst werden. Zollbeamte hatten in seinem Reisegepäck in einem Fernbus Waffen gefunden, die sich später nach ballistischer Untersuchung als die Tatwaffen erwiesen. Frankreich lieferte den Verdächtigen an die belgische Justiz aus.

Dessen Verteidiger wiederholten immer wieder, dass keine eindeutigen Beweise gegen ihren Mandanten vorliegen, die eine Tatbeteiligung belegen würden und es habe sich auch kein Zeuge gefunden, der ihn gesehen habe.

Doch die Verdachtsmomente gegen den 29jährigen, der kurz vor der Tat an der Seite von radikalen Islamisten in Syrien gekämpft hatte, reichen nach Ansicht der Brüsseler Justiz aus, den Mann anzuklagen und vor Gericht zu stellen.

Neue Bilder von Überwachungskameras zeigen offenbar den Angeklagten am Tag vor dem Anschlag als Besucher des Jüdischen Museums.