Belgien importierte 2018 auffallend viel Strom aus dem Ausland

Im vergangenen Jahr führte Belgien rund 22 % seiner Elektrizität aus dem Ausland, genauer aus seinen Nachbarländern ein. Das war etwa dreimal so viel, wie im Jahr 2017, wie vorläufige Zahlen des belgischen Stromnetzbetreibers Elia belegen. Wichtigster Grund für diese große Menge an eingeführtem Strom war zweifellos die hohe Pannenfrequenz der belgischen Kernkraftwerke.

2017 sorgte die Kernkraft noch für etwas mehr als die Hälfte der Stromproduktion in Belgien, doch im vergangenen Jahr sackte dieser Anteil auf nur noch etwa 34 %. Im Herbst, genauer in den Monaten Oktober und November, sank der Anteil der Atomkraft am belgischen Stromhaushalt auf einen historischen Tiefpunkt, der zwischen 15 und 17 % der Gesamtproduktion lag. In diesem Zeitraum war allerdings nur einer von insgesamt sieben belgischen Atommeilern am Netz…

Kompensiert wurde dieser umfassende Ausfall der Kernreaktoren durch Stromimporte aus dem Ausland und durch Energieproduktion in Gaskraftwerken, die zu diesem Zweck wieder hochgefahren werden mussten. Im November 2018 kam 43 % des gesamten belgischen Stromverbrauchs aus solchen Gaskraftwerken - der höchste entsprechende Stand überhaupt in Belgien.

Vor allem in den Monaten September, Oktober und Dezember führte unser Land sehr viel Elektrizität aus den Nachbarländern ein. Das lag allerdings nur zum Teil an den durch Pannen und Unterhaltsarbeiten heruntergefahrenen Meilern. Der Grund dafür waren die besonders niedrigen Strompreise im Ausland, die teilweise unter den hiesigen Produktionskosten lagen.

Im September, als die Kernkraft in Belgien eigentlich noch normal arbeitete, führte Belgien 33 % seines Strombedarfs aus dem Ausland ein. Inzwischen liegt der Anteil an erneuerbaren Stromquellen in Belgien im Durchschnitt bei 12 % des Gesamtverbrauchs. In den besonders sonnigen Monaten zwischen April und September lag dieser Wert bei 13 %.