BELGA/BOGAERTS

Einbruch in Justizgebäude: Autopsie-Berichte von Terroropfern gestohlen

Bei einem Einbruch in das Gebäude der Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel sind die Autopsie-Berichte der Opfer der Terroranschläge vom 22. März 2016 gestohlen worden. Der Täter, ein nach Belgien zurückgekehrter Syrien-Kämpfer, konnte gefasst werden. Von der gestohlenen Festplatte fehlt zunächst noch jede Spur.

Der Einbruch in das Büro eines Gerichtsmediziners der belgischen Staatsanwaltschaft fand bereits in der vergangenen Woche statt. Der Täter konnte dabei eine Festplatte stehlen, auf der verschiedene Dokumente enthalten waren. Darunter waren auch die Autopsie-Berichte der Todesopfer der Anschläge auf die Metrostation Maalbeek in Brüssel und den Brussels Airport in Zaventem am 22. März 2016.

Wie jetzt bekannt wurde, konnte die Polizei einen dringend tatverdächtigen Mann festnehmen. Dabei handelt es sich nach Informationen der VRT NWS-Justizredaktion um den 27 Jahre alten Illias K., einen früheren Syrienkämpfer, der nach Belgien zurückgekehrt war. K. war 2016 zu 5 Jahren Haft, davon die Hälfte zur Bewährung ausgesetzt, verurteilt worden.

Der Diebstahl geschah im Portalis-Gebäude in Brüssel (Foto oben), wo die Bundesstaatsanwalt untergebracht ist. Dieses Gebäude ist teilweise für die Öffentlichkeit zugänglich, weil dort auch andere Behörden untergebracht sind. Allerdings muss eine Zugangskontrolle passiert werden, doch der Täter gelang über einen offiziellen Gerichtstermin in das Gebäude. Ob er die Festplatte zielgerichtet entwendete, ist nicht erwiesen. Bei dem Einbruch stahl der Syrien-Rückkehrer auch ein Handy und andere Gegenstände. 

Von der Festplatte fehlt noch jede Spur. Doch die Dokumente, vor allem die Autopsie-Berichte der Opfer von 22. März, liegen noch alle auf Papier vor. Bei den Anschlägen waren 32 Menschen ums Leben gekommen und rund 340 Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Zu den Anschlägen bekannte sich damals die islamistische Terrororganisation IS.