Jeden Donnerstag: Schule schwänzen für den Klimaschutz

Seit einigen Wochen schwänzen Schüler in Brüssel und Flandern jeden Donnerstag für den Klimaschutz. Diese Aktion nimmt immer größere Ausmaße an und an diesem Donnerstag fanden sich rund 3.000 Schülerinnen und Schüler in Brüssel ein, um die Politik auf ihr Anliegen noch einmal aufmerksam zu machen. Die Jugendlichen appellieren eindringlich an die Politik, in Sachen Klimaschutz aktiv zu werden. Die Erde habe keinen „Plan B“ und die junge Generation fürchtet um ihre Zukunft.

Den Anstoß für die Schwänz-Aktion zum Klimaschutz in Brüssel und Flandern gaben zwei Schülerinnen von Königlichen Athenäum in Mortsel bei Antwerpen. Kyra (19) und Anuna (17) (erstes Foto unten) wurden dazu inspiriert von Greta Turnberg, ein 15 Jahre altes Mädchen aus Schweden, dass beim Klimagipfel in Kattowitz in Polen im Dezember der versammelten Welt mit einer deutlichen Ansprache zur Rettung des Klimas gehörig den Kopf gewaschen hatte. Greta schwänzt seitdem jeden Freitag die Schule und protestiert stattdessen an diesem Wochentag vor dem schwedischen Parlament in Stockholm.

Sie und auch die mittlerweile zahllosen Schulkinder in Flandern und Brüssel wollen ihren Zukunftssorgen eine Stimme geben: „Wissenschaftler sagen nach wie vor, dass wir dabei sind, unser eigenes Grab zu schaufeln, doch niemand tut etwas daran. Warum sollen wir weiter zur Schule gehen, wenn es für uns keine Zukunft gibt.“, so die beiden Initiatorinnen aus Mortsel in einem Video auf der Facebookseite „Youth For Climate“.

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Damit ist klar, was diese engagierten Jugendlichen wollen. Sie wollen, dass Politik und Wirtschaft gemeinsam gegen den Klimawandel vorgehen. Sie wollen, dass etwas konkretes zum Klimaschutz unternommen wird und zwar sofort und nicht erst morgen. An diesem Donnerstag kamen zum ersten Mal Schulkinder aus dem ganzen Land nach Brüssel. Sie waren einem Aufruf von Kyra und Anuna aus Mortsel gefolgt und protestierten am Morgen unter dem Motto „Schwänzen für das Klima“. Treffpunkt war die Europakreuzung vor dem Brüsseler Zentralbahnhof. Mit rund 3.000 Teilnehmern kamen weitaus mehr Schüler und Schülerinnen nach Brüssel, als man erhofft hatte. Mit lustigen aber ernst gemeinten Sprüchen in allen Sprachen ("Al wie niet springt is CO2!", "Fossil fuel it's time to go!", "Change the system, not the climate!" oder "On est plus chaud que le climat!") waren sie mehr als deutlich.

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Und sie waren nicht alleine. Am Donnerstagmorgen verließen rund 500 Schüler und Schülerinnen die Athenaschule in Kortrijk in der Provinz Westflandern, um mit dem gleichen Ansinnen den dortigen Bürgermeister, den flämischen Liberalen Vincent Van Quickenborne (Open VLD) zu besuchen. Dabei zeigten sie einen eindrucksvollen und unübersehbaren Protestzug entlang beider Ufer des Flusses Leie, die mitten durch die Stadt fließt. Fortsetzung folgt, spätestens nächsten Donnerstag… 

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