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Prozessbeginn zur Bahnkatastrophe von Buizingen vor neun Jahren

In dieser Woche begann auch der Prozess zur Bahnkatastrophe von Buizingen am 15. Februar 2010. Schon zum Prozessauftakt wurde deutlich, dass dieses Verfahren wohl einige Monate in Anspruch nehmen wird. Nicht zuletzt aus technischen Gründen haben die Ermittlungen zum Hergang des Unfalls lange gedauert und es wird einiges an Zeit beanspruchen, dies vor Gericht auch verständlich zu machen.

Am 19. Februar, also rund neun Jahre nach dem Unfall, werden technisch versierte Fachleute vor Gericht aussagen und danach erhalten alle Parteien die Möglichkeit, ihre auf Papier verfassten Schlussfolgerungen vorzutragen und auszutauschen. Die Plädoyers sind für die Zeit nach dem 16. September vorgesehen und werden wohl eine ganze Woche in Anspruch nehmen.

Inzwischen zweifelt die Verteidigung des mutmaßlichen Unfallverursachers - ein Lokomotivführer, dem vorgeworfen wird, er habe ein rotes Signal übersehen - die Rechtsgültigkeit des Fazits, das die Fachleute zum Unfallhergang gezogen haben. Diese bestätigten den Verdacht dieses Vorwurfs.

Am 15. Februar 2010 waren in der Nähe des Bahnhofs von Buizingen in Flämisch-Brabant unweit von Brüssel ein Regionalzug auf dem Weg von Löwen nach s’Gravenbrakel und ein Intercity von Quiévrain nach Lüttich zusammengestoßen. Dabei kamen 19 Menschen ums Leben und 310 Fahrgäste wurden verletzt, elf davon schwer. Viele der damals verletzten Zuginsassen und Angehörige der Todesopfer treten in diesem Verfahren als Nebenkläger auf.