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Telekomanbieter Proximus bestätigt umfassenden Stellenabbau

Der belgische Telekomanbieter Proximus bestätigte am Donnerstagmorgen mit einer Pressemitteilung, was eigentlich seit dem Vortag schon bekannt war, nämlich dass innerhalb der kommenden drei Jahre 1.900 Stellen abgebaut werden. Gleichzeitig will Proximus aber 1.250 neue Leute einstellen, die ein technisch aktuelles Profil haben sollen. Belgiens Bundesregierung und die Gewerkschaften sind nicht besonders erfreut…

Proximus gab Donnerstagfrüh bekannt, dass sich das Unternehmen reformieren will. Der Telekomanbieter will sich mit einem Dreijahresplan auf die Digitalisierung ihres eigenen Sektors einlassen und muss sich deshalb „neuerfinden“. Das bedeute für Proximus, sich mehr den Bedürfnissen und Wünschen der Kunden zu widmen und digitale Lösungen anzubieten. Doch um sich in diesem Wettbewerb behaupten zu können, muss Proximus sparen und zwar rund 240 Mio. € bis 2022.

Das bedeutet den Abbau von 1.900 Mitarbeitern bei gleichzeitiger Anwerbung von 1.250 neuen Arbeitskräften, die ein technisches Profil aufweisen sollen, das den neuen Anforderungen entspricht (ICT-kompetente Fachleute). Proximus will viele der neuen Mitarbeiter übrigens aus den eigenen Reihen rekrutieren…

Für jene Kollegen, die ihren Job verlieren, werde man einen Sozialplan vorlegen, so die Pressemitteilung von Proximus. Inzwischen hinterlegten die Gewerkschaften bei Proximus eine Streikankündigung. Und die Börse hat den Handel mit Proximus-Aktien nach einer Aussetzung am Mittwoch wieder aufgenommen.

Jobs, Jobs, Jobs!“

Auch auf politischer Ebene kündigt sich Widerstand an, denn der belgische Staat ist Hauptaktionär dieses Unternehmens und im rechtliberalen Koalitionsabkommen steht die Erhaltung bzw. die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen festgeschrieben oder einfach ausgedrückt: „Jobs, Jobs, Jobs!“, wie Premierminister Charles Michel (MR) gerne andeutet. Michel will sich das Vorgehen von Proximus denn auch nicht bieten lassen und wird Einspruch gegen die Tatsache erheben, so vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.

Man darf aber nicht vergessen, dass dieser Vorgang auch einen politischen und wirtschaftlichen Hintergrund hat. Zum einen bemängelt Proximus-CEO Dominique Leroy die „schwerwiegende Gesetzgebung“, die in Verbindung mit dem „stagnierenden Telekommarkt“ die Preise unter Druck setzen würde. Zum anderen will die belgische Bundesregierung den Markt für einen zusätzlichen vierten Telekomanbieter öffnen, was nicht nur bei Proximus für Missfallen sorgt. 

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