Asylanträge im Dezember gesunken, auf Jahresbasis allerdings gestiegen

Die Zahl der Asylanträge ist in Belgien im vergangenen Dezember im Vergleich mit dem Monat davor um 35 % zurückgegangen, wie die geschäftsführende Bundesministerin für Asyl und Einwanderung, Maggie De Block (Open VLD) angibt. Auf Jahresbasis allerdings stieg die Zahl der Asylanträge letztes Jahr gegenüber 2017 um fast 20 %. Inzwischen konnten alle Antragsteller untergebracht werden.

Im Dezember 2018 stellten 1.253 Migranten in Belgien einen Asylantrag. Das waren 35 % weniger Anträge als im November davor. Dies war der niedrigste Wert in einem Monat Dezember seit 10 Jahren. Im gesamten vergangenen Jahr wurden in unserem Land fast 23.000 Asylanträge gestellt, eine Zunahme um 19 % gegenüber 2017, so Asyl-Ministerin De Block.

„Alle Antragsteller haben inzwischen in Erwartung der Beurteilung ihres Verfahrens eine Unterbringung erhalten. Dank der großartigen Arbeit von allen Beteiligten sind die Warteschlangen am Klein Kasteeltje (in Brüssel - dort ist derzeit das Asylamt untergebracht (A.d.R.)) verschwunden.“, sagte De Block weiter dazu.

Palästinenser

Die meisten Asylanträge stellten 2018 Flüchtlinge aus Syrien, aus dem Irak und aus Palästina. Die Zahl der Anträge, die von Palästinensern eingereicht werden, ist seit dem vergangenen Sommer sprunghaft angestiegen. Um dem entgegenzuwirken will die Ministerin jetzt Maßnahmen ergreifen, z.B. eine Kampagne in den Palästinensergebieten, die zu einer Auswanderung in Richtung Belgien abraten soll.

Das belgische Generalkommissariat für Flüchtlinge und Staatenlose hat in der Frage von Einwanderern aus Palästina die Richtlinien angepasst. Das bedeutet, dass Palästinenser nicht mehr automatisch eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung in Belgien erhalten. Das betrifft besonders Flüchtlinge aus dem Gazastreifen, denn dort wurden wieder Grenzübergänge nach Ägypten eröffnet und die Region ist nicht mehr völlig vom Rest der Welt abgeriegelt.

Die Asylbehörden prüfen zudem, ob Einwanderern aus Gaza nicht nachträglich wieder die Aufenthaltsgenehmigung entzogen werden kann, denn es liegen Beweise dafür vor, dass Menschenschmuggler und Schlepper im Gazastreifen gezielt Ausreisen von jungen Männern organisieren.