Belgien arbeitet daran, IS-Kinder aus Syrien zu holen

Belgiens Justizminister Koen Geens (CD&V) gibt zu verstehen, dass die Regierung gerade gemeinsam mit internationalen Organisationen daran arbeitet, sechs Kinder von aus unserem Land stammenden IS-Frauen zurückzuholen. Belgien, so Geens, sei ohnehin der Ansicht, dass diese Kinder hierher geholt werden müssen, doch ein Gericht verpflichtete den Staat jetzt auch dazu. Dadurch wurde die Angelegenheit beschleunigt. Die beiden ersten Kinder können bereits nach Belgien reisen.

Vor zwei Wochen verurteilte ein Brüsseler Gericht den belgischen Staat per einstweiliger Verfügung dazu, sechs Kinder von belgischen IS-Frauen aus einem von Kurden kontrollierten Flüchtlingslager in Syrien ins Land zu holen. Die Regierung ging dagegen in Berufung, weil das Urteil zudem besagt, das auch die Mütter nach Belgien geholt werden sollen. Nach Ansicht der Regierung geht von diesen Frauen eine gewisse Gefahr aus. Die Kinder jedoch wolle man zurückholen, hieß es seinerzeit und auch bereits im Jahr 2017. Doch bislang war noch nichts in dieser Richtung unternommen wurden. 

Jetzt wurde bekannt, dass die Behörden längst daran arbeiten, diese Kinder nach Belgien zu evakuieren. Laut Justizminister Geens hat die Sache aber derzeit einen Haken: „Die Kurden sind der Ansicht, dass die Mütter auch mitkommen sollen. Dies ist jetzt Gegenstand von Verhandlungen zwischen dem Außenministerium und der kurdischen Regierung. Die Gespräche sind weit fortgeschritten. Das Urteil betrifft sechs Kinder, doch in dieser Region befinden sich noch weitere Kinder.“

Die beiden ersten Kinder können bereits nach Belgien reisen

Am Samstag meldete die flämische Tageszeitung Het Nieuwsblad, dass die Überbringung nach Belgien für die ersten beiden Kinder bereits geregelt sei, was das Kabinett von Asyl- und Einwanderungsministerin Maggie De Block gegenüber VRT NWS bestätigte. Dabei handelt es sich um die beiden Kinder einer 29 Jahre alten Frau aus Beringen (Prov. Limburg), die vor sechs Jahren nach Syrien ging und dort mit einem IS-Kämpfer 2 Kinder bekam. Die Frau sitzt derzeit in der Türkei in einem Gefängnis und ihr Mann kam in Syrien ums Leben.

Das belgische Außenamt hat jetzt die türkischen Behörden auf diplomatischem Wege darum gebeten, für diese beiden Kinder die notwendigen Reisedokumente bereitzustellen. Diese Kinder, zwei Mädchen, werden von ihren Großmüttern in Beringen aufgenommen. Ihre Mutter ist wegen Terrorismus in der Türkei zu 10 Jahren Haft verurteilt worden. Insgesamt sollen sich derzeit noch 115 Kinder von IS-Kämpfern aus Belgien in Syrien oder im Irak aufhalten. Einige von ihnen leben ohne ihre Eltern, die entweder ums Leben kamen oder in Haft sitzen, in Flüchtlingslagern.