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Entlassungen bei Proximus: Die Fronten verhärten sich

Beim belgischen Telekomanbieter Proximus stehen bekanntlich 1.900 Arbeitsplätze auf der Kippe. Das Unternehmen will sich technologisch neu aufstellen, doch sowohl die belgische Bundesregierung als Hauptanteilseigner, als auch die Gewerkschaften wollen dies nicht zulassen. Premier Michel wird sich dazu am Montag mit den Gewerkschaften an einen Tisch setzen. Die christliche Gewerkschaft ACV kündigte unterdessen für den kommenden Dienstag einen Streik an. 

Am Montagnachmittag wird Premierminister Charles Michel (MR) Gewerkschaftsvertreter von Proximus treffen, um zu versuchen, direkte Entlassungen im Rahmen der Umstrukturierung bei diesem halbstaatlichen Unternehmen zu vermeiden. Dazu sagte Bundesarbeitsminister Kris Peeters (CD&V) am Freitagmorgen gegenüber VRT NWS: „Wir werden uns am Montag die Gewerkschaften anhören, um zu erfahren, wie sie das eine oder andere sehen. Ich gehe davon aus, dass dies zu einer Verbesserung des (Umstrukturierungs-)Plans führen wird.“

Bei den Gewerkschaften bei Proximus reagierte man bisher in etwa gleichlautend, doch am Freitag legte die christliche Gewerkschaft ACV eine härtere Gangart ein. Dort angekündigt, dass am Dienstag gestreikt wird. Die Arbeitnehmervertreter wollen den Sozialverhandlungen allerdings eine ernsthafte Chance geben: „Die Verhandlungen sind natürlich prioritär, um zu einer Lösung zu finden, damit vermieden werden kann, dass es zu direkten Entlassungen kommen wird.“ 

Aber, es deutet sich schon jetzt an, dass diese Sozialverhandlungen kein einfaches Unterfangen sein werden, denn Proximus-CEO Dominique Leroy gab am Donnerstagabend im VRT-Magazin „Ter Zake“ („Zur Sache“) zu verstehen, dass sie eine Einmischung der Regierung in den sogenannten Transformationsplan ihres Unternehmens nicht dulden werde.

Leroy sagte dazu, dass Proximus alle möglichen Wege suchen würde, um direkte Entlassungen zu vermeiden, doch auszuschließen sei dies nicht: „Wir werden dazu keine Besprechungen mit der Regierung führen. Wir sind ein öffentliches, aber autonomes Unternehmen.“ Sie erinnerte in diesem Zusammenhang an den üblichen Lauf der Dinge: „Der CEO macht dem Verwaltungsrat einen Vorschlag und dieser bespricht das mit den Gewerkschaften und dem Personal. Erst danach wird die Politik informiert.“