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Flandern sucht Unternehmen, die die Schelde vom Plastikmüll befreien

„Vlaamse Waterweg“, die flämische Landesbehörde die sich mit der Verwaltung der Wasserwege befasst, ermöglicht privaten Unternehmern Versuche, mit denen man die Schelde säubern kann. An vielen Stellen in diesem Fluss befinden sich große Mengen an Abfall, besonders aus Plastik. Flandern will verhindern, dass dies irgendwann mal die Schifffahrt beeinträchtigt und die Wasserqualität soll so angehoben werden.

Plastikabfall ist nicht nur ein Problem auf den Weltmeeren, sondern auch quasi in der Nachbarschaft. Auf der Schelde leiden Flora und Fauna an den Abfallmengen, die in diesem Fluss landen und es steht zu befürchten, dass irgendwann auch mal die Binnenschifffahrt Probleme damit haben könnte.

Jetzt lädt das belgische Bundesland Flandern Privatunternehmen dazu ein, Projekte zu testen, mit denen man den Plastikabfall in der Schelde aufstöbern und entfernen könnte. Die angesprochenen Unternehmen werden dafür nicht bezahlt, doch nach einem Jahr will die Behörde „Vlaamse Waterweg“ die Projekte bewerten und das beste davon ankaufen.

Zwei Projekte zeichnen sich dabei schon jetzt ab. Zum einen soll ein Fischerboot mit seinen Netzen Müll vom Boden der Schelde bzw. im Wasser treibenden Abfall auffangen. Zudem soll das Baggerunternehmen DEME auf der Suche nach neuen Betätigungsfeldern 2,5 Mio. € in ein unbemanntes Wasserfahrzeug investieren wollen, mit dem unter der Scheldebrücke in Temse treibender Abfall aufgefangen werden soll.

Gleichzeitig läuft ein auf vier Jahre angesetztes Projekt der Antwerpener Universität mit dem Ziel, die „plastic soup“ auf und in der Schelde zu lokalisieren. Der größte Teil des bisher dort an Land gebrachten Plastikmülls besteht aus Folien, Verpackungen (vor allem Fast Food oder Süßwaren) aber auch aus Kunststoffen, die am Bau oder in der Landwirtschaft genutzt werden, wie die flämische Tageszeitung De Morgen dazu schreibt. Doch auch Blech und andere Metalle, z.B. Getränkedosen werden regelmäßig auch in der Schelde „entsorgt“. 

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