Möglicherweise Michelangelo zugeschriebenes Gemälde aus einer Kirche gestohlen

Die belgische Bundespolizei fahndet nach einem Gemälde, dass am Freitagmorgen aus der Kirche der kleinen ostflämischen Ortschaft Zele (Foto) gestohlen worden ist. Dieses Gemälde der „Heiligen Familie“ wird Michelangelo oder einem seiner Schüler zugesprochen. Eigentlich sollte eine Expertise herausfinden, wer der Maler dieses Werkes ist, doch ein Dieb macht dies jetzt unmöglich.

Das Gemälde der „Heiligen Familie“ wurde zwischen 5 und 6 Uhr am frühen Freitagmorgen aus der Sint-Ludgerus-Kirche von Zele gestohlen. Das Bild hat die Maße von einem auf anderthalb Metern, kann also nicht einfach in eine Tasche gesteckt werden. Auffallend an diesem Fall ist, dass dieses Gemälde just zu einem Zeitpunkt gestohlen wird, an dem eine Expertise eines italienischen Fachmanns und Kunstexperten bevorsteht.

Das Werk stammt aus dem 16. Jahrhundert und ähnelt einer Zeichnung von Michelangelo aus der Portland-Collection, der Sammlung der Dukes of Portland in Welbeck im englischen Nottinghamshire. Jan Van Raemdonck, der Pastor von Zele, weiß mehr dazu, wie er am Samstag gegenüber VRT NWS erklärte: „Ein Schüler von Michelangelo, Marcello Venusti, hat davon mehrere Kopien gemacht. Möglicherweise hat das einen gewissen Wert.“

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Dies herausfinden sollte ein Kunstfachmann aus Italien, doch vorerst wird nichts aus dessen Expertise. Das Werk zeigt die „Heilige Familie“ mit Johannes dem Täufer als Kind. Dieser scheint um Ruhe zu bitten, weil Jesus auf dem Schoße von Maria schläft. Deshalb trägt die entsprechende Zeichnung in der Portland Collection auch den Namen „Madonna del Silentio“.

„Das Werk ist erst seit 30 Jahren bei uns in der Kirche. Es wurde uns von einer Vereinigung geschenkt, doch wo es letztendlich herkommt, dass wissen wir nicht wirklich.“, so Pastor Van Raemdonck. Man erkenne deutlich, dass es sich dabei um ein wertvolles Gemälde handelt.

Jetzt fahndet die Polizei nach dem Gemälde und nach dem Dieb. Zeugen wollen einen 17 bis 20 Jahre alten Mann gesehen haben. Er trug angeblich dunkle Kleidung und eine graue Kappe sowie einen Rucksack in seinen Händen. Der Täter ist durch die Sakristei in die Kirche von Zele gelangt. Dort hatte sich offenbar bereits jemand am Donnerstag am Eingang zu schaffen gemacht.