Aurore Belot

Justiz: Neue Details zur gestohlenen Festplatte eines Gerichtsmediziners

Auf der in der vergangenen Woche aus dem Büro eines Gerichtsmediziners im Gebäude der Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel gestohlenen Festplatte sind nicht nur Autopsie-Berichte von Opfern der Terroranschläge auf Brüssel im Mai 2016 zu finden, sondern auch solche von Opfern weiterer Attentate.

Die Bundesstaatsanwaltschaft teilte mit, dass auf dieser Festplatte neben den Autopsie-Berichten von 15 der insgesamt 16 Todesopfer nach dem Anschlag auf den Nationalflughafen in Zaventem am 16. Mai 2016 auch andere geleichartige Berichte zu finden sind. 

Dabei handelt es sich um die Autopsie-Berichte der vier Opfer des Anschlags auf das Jüdische Museum am 24. Mai 2014 und auch um medizinische Informationen nach einem Anschlag auf zwei Polizisten in Charleroi im August 2016.

Inhalte, die die Todesopfer nach dem Anschlag auf die Metrostation von Maalbeek ebenfalls am 16. Mai 2016 betreffen, sind darin nicht aufgeführt. Alle diese Anschläge haben unmittelbar einen islamistisch-terroristischen Hintergrund.

Die Staatsanwaltschaft teilte ebenfalls mit, dass sich auf dieser Festplatte lediglich Texte und Tabellen befinden aber keine Fotos oder Zeichnungen. Die Festplatte ist weiter verschwunden, obschon der mutmaßliche Täter, ein ehemaliger Syrien-Kämpfer, in Untersuchungshaft sitzt.

Polizei und Justiz gehen davon aus, dass der Täter lediglich eine Gelegenheitsdiebstahl begangen hatte, als er in diesem Gebäude einen Gerichtstermin hatte. Neben der Festplatte waren bei dem Diebstahl auch ein Mobiltelefon und eine Parfumflasche entwendet worden. 

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