Sophie Kip

Trucker freigelassen, der Demonstranten der Gelbwesten tötlich angefahren haben soll

Laut der niederländischen Polizei war der am Sonntag verhaftete Mann dann doch nicht der gesuchte Lkw-Fahrer, der am Freitagabend einen Demonstranten der Gelbwesten in Visé bei Lüttich überfahren hatte. Die Lütticher Staatsanwaltschaft hatte die Verhaftung am Sonntag gegenüber VRT NWS bestätigt.    

Am Samstag war der niederländische Lastwagenfahrer, der einen LKW mit niederländischem Kennzeichen steuerte und gegen den ein internationaler Haftbefehl ausgeschrieben wurde, identifiziert worden.

Ermittlungen zufolge hatte der Trucker, der den tötlichen Unfall verursachte, die Filterblockade der Gelbwesten in Richtung Maastricht bewusst angefahren.

Zunächst ging die Polizei davon aus, dass der Mann den Unfall nicht bemerkt habe. Beamte, die die Protestaktion der beobachteten, hatten dem Fahrer aufgrund der aggressiven Stimmung unter den Demonstranten geraten, nach dem Unfall zum nächsten Rastplatz weiterzufahren und auf die Polizei zu warten. Doch der LKW war danach verschwunden.

Anhand des Nummernschilds und mithilfe des Transportunternehmens konnte der Fahrer am Samstag von der niederländischen Polizei identifiziert werden. Gegen den 56 Jahre alten niederländischen Staatsbürger wurde umgehend ein internationaler Haftbefehl ausgestellt. Noch am Samstag wurde der Lastwagen in Tilburg aufgefunden. Vom Fahrer fehlte danach aber noch jede Spur.

Als die Staatsanwaltschaft in Lüttich am Samstagabend eine Pressekonferenz abhielt, meldeten niederländische Medien, dass der Gesuchte in der Region Tilburg festgenommen worden sei. Die Regionalsender „Omroep Brabant“ und die Webseite der Zeitung „Brabants Dagblad“ beriefen sich dabei auf Angaben der niederländischen Polizei. Diese Meldung wurde am Sonntag von der Staatsanwaltschaft Lüttich gegenüber VRT NWS bestätigt.

Näheres zum Unfallhergang

Die Lütticher Staatsanwaltschaft gab am Samstag mehr Details zum Unfallhergang bekannt. Demnach hatten die Gelbenwesten an der Ausfahrt Visé auf der Autobahn E25 von Lüttich nach Maastricht in Richtung Niederlande eine Filterblockade organisiert, bei der PKW durchgewinkt wurden, LKW jedoch warten mussten. Der fragliche Lastwagenfahrer wollte dies umgehen und bog auf die Fahrbahn ab, die den PKW vorbehalten war. Dieses Fahrmanöver wollten zwei Gelbwesten verhindern, doch der Truck überfuhr Roger B., einen 50 Jahre alten Teilnehmer der Bewegung aus der Lütticher Gegend.

Die Ermittler werden überprüfen, ob der Demonstrant tatsächlich mit Absicht überfahren wurde. Samstag haben Gelbwesten mit Versammlungen am Lütticher Hauptbahnhof Guillemins und in Maastricht ihrem getöteten Mitstreiter gedacht (Foto oben).

Roger B. ist das dritte Todesopfer in Belgien bei Protesten der Gelbwesten. Bei den beiden anderen Todesopfern handelt es sich um einen PKW-Fahrer und um einen LKW-Fahrer, die beide bei Verkehrsunfällen starben, als die Demonstranten an der Grenze zu Frankreich heftige Bremsmanöver verursachten. Beide Fahrer waren dabei auf die vor ihnen plötzlich bremsenden Fahrzeuge aufgefahren und ums Leben gekommen. 

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