Ungeöffnete Feldpostbriefe von deutschen Soldaten in flämischem Schularchiv entdeckt

Im Archiv des ten Doorn-Kollegs in der ostflämischen Stadt Eeklo ist eine alte Mappe gefunden worden, in der sich 14 ungeöffnete bzw. nicht abgeschickte Briefe von deutschen Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg befanden. Alle diese Briefe wurden zwischen dem 31. August und dem 1. September 1944 geschrieben…

Im College ten Doorn in Eeklo stehen Arbeiten an, auch in den Räumen, in denen sich das Archiv der Schule befindet. Im Zuge dessen wurde das gesamte Archiv noch einmal erfasst und ausgewertet und dabei stießen einige Lehrpersonen auf die Mappe mit den Briefen. Um der Sache nachzugehen, meldeten sie ihre Entdeckung an das Haus des Kulturerbes ihrer Stadt. Die Mitarbeiter dieses Amtes öffneten diese Briefe vorsichtig.

An Vandenberghe vom Haus des Kulturerbes gab dazu an, dass diese Briefe in den letzten Tagen geschrieben wurden, in denen die Deutschen in Eeklo waren. Im ten Doorn-Kolleg waren damals deutsche Soldaten untergebracht: „Es handelte sich dabei um alte Feldpostbriefe, die die Soldaten am Ende des Zweiten Weltkriegs geschrieben hatten.“

Alle diese Briefe wurden zwischen dem 31. August und dem 1. September 1944 geschrieben, kurz bevor die Deutschen abgezogen sind: „Das ist kein Zufall, wenn am 2. September 1944 sind die Deutschen hier Hals über Kopf abgezogen. Es waren also Briefe, die sie nach Hause geschrieben hatten, die aber niemals abgeschickt worden sind. In diesen Briefen lasen wir, dass die deutschen Soldaten schon damals das Gefühl hatte, dass der Krieg zu Ende ging. Das sind mit Sicherheit historische Perlen.“

Das Haus des Kulturerbes in Eeklo will die Nachfahren dieser Soldaten besuchen, doch die Suche nach ihnen verläuft nicht immer einfach, wie An Vandenberghe erzählt: „Wir merken, dass einige dieser Familienangehörigen nicht gefunden werden wollen. Dieser Teil der Geschichte ist in Deutschland wohl noch immer recht sensibel.“ 

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