Brüsseler Flughafen: „Niemand weiß, wohin die Reise geht“

Am Brüsseler Flughafen macht man sich Sorgen über die Unsicherheit, in der sich der gesamte europäische Luftfahrtsektor hinsichtlich des Brexit befindet. "Wir wissen nicht, wohin uns das führt", sagte der Flughafenchef Arnaud Feist am Mittwoch am Rande des Neujahrsempfangs am Brüsseler Flughafen.

Hier stelle man sich die Frage, welche konkreten administrativen Auswirkungen ein Austreten Großbritanniens aus der EU auf die Aktivitäten des Flughafens haben würde. Das britische Parlament hatte am Dienstagabend Mays Brexit-Deal abgelehnt. Damit wird die gesamte europäische Wirtschaft in die absolute Ungewissheit gestürzt. Die Aktivitäten des Brüsseler Flughafens und des gesamten Sektors in Europa hingen jedoch sehr stark von der europäischen Wirtschaftskonjunktur ab, erinnerte sein Geschäftsführer.

Im Falle eines tatsächlichen Austritts aus der EU, stellt sich Feist die Frage, wie die Verkehrsrechte mit Großbritannien in den bilateralen Abkommen zwischen zwei Parteien geregelt würden. Eine Übergangsregelung für den Luftfahrtsektor ist bis März 2020 vereinbart worden. Sie soll die Verkehrsrechte in ihrem heutigen Zustand solange aufrecht erhalten. „Doch danach sind alle Szenarien möglich!“, bedauerte Arnaud Feist. "Diese Frage sollte weiter untersucht werden", so Feist auch noch.

Für den Brüsseler Flughafen gehört Großbritannien zwar nicht zu den wichtigsten Zielorten, doch ein Brexit hätte hier vor allem administrative Konsequenzen. "Braucht man ein Visum für England? Müssen wir zusätzliche Kontrollen einführen? Was für Auswirkungen hat das für die Importe?", listete der Flughafenchef auf. „Und was werden die Empfehlungen hinsichtlich der Sicherheit sein?“, so der Flughafenchef. „Es existiert in diesem Bereich derzeit ein gegenseitiges Vertrauen unter den EU-Mitgliedstaaten. Wird das 2020 auch noch der Fall sein?"

Der Flughafen kann die finanziellen Kosten eines Austritts der Briten nicht in Zahlen fassen, "denn man weiß ja nicht wohin die Reise geht". Für Arnaud Feist wäre das ideale Szenario "gar kein kein Brexit" !

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