Melikan Kucam wegen Betrugs mit humanitären Visa verhaftet

Melikan Kucam, der Mann, der humanitäre Visa gegen Bezahlung besorgt haben soll, ist verhaftet worden. Das hat das Antwerpener Untersuchungsricht entschieden. Der flämische Regionalist von der N-VA, ein Stadtratsmitglied aus Mechelen, steht unter Verdacht des Menschenschmuggels, der Bestechung, Erpressung und weiterer krimineller Tätigkeiten. 

Melikan Kucam von den flämischen Regionalisten (N-VA) wurde am Dienstagmittag von der Antwerpener Justiz zum Verhör mitgenommen. Er steht unter Verdacht, sich im Rahmen der Erteilung von humanitären Visa für Christen aus dem Irak und Syrien haben bestechen zu lassen. Es soll sich dabei um Bestechungsgelder in Höhe von bis zu 10.000 Euro handeln. Für ein solches Visum muss normalerweise nur ein begrenzter Betrag für die administrativen Kosten bezahlt werden.

Kucam (44) weist die Vorwürfe zurück. Sein Anwalt Frank Coel sagte: "Mein Mandant ist sehr getroffen, denn er hat nie Geld für seine Dienste verlangt und auch niemals welches erhalten.“

"Er weist mit Entschiedenheit zurück, dass er irgendwelches Geld verlangt, angenommen oder was auch immer gemacht hat, um Personen auf Listen zu setzen, so dass sie nach Belgien kommen können.“

Laut Untersuchungsgericht gebe es Hinweise dafür, dass große Summen Geld geflossen seien. Wie Kucam behauptet, wären diese Summen an Schlepper und Reisebüros bezahlt worden, die diese Leute aus Syrien und dem Libanon nach Belgien bringen sollten. Er habe aber kein Geld bekommen. "Das Geld ist niemals in die Hände von Melikan Kucam geflossen. Und mein Mandant hatte das sogar im Juli dem Kabinett des ehemaligen Staatssekretärs für Asyl und Migraten, Theo Franken, gemeldet", so der Anwalt von Kucam.

Kucam leugnet jedoch nicht, dass er Listen auf Anfrage des Kabinetts erstellt habe, um Menschen in sehr prekären Situationen über die syrische Gemeinschaft hierher bringen zu lassen.

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