HDW

Fußgänger in Belgien leben gefährlich: Bürgersteige wie schweizer Käse und Fußgängerüberwege verschlissen

Der Pannenhilfe Touring zufolge sei Belgien das drittgefährlichste Land für Fußgänger in Westeuropa nach Portugal und Italien. Die Verkehrsgesellschaft Touring stellt deshalb eine Reihe Maßnahmen vor, um die schwachen Verkehrsteilnehmer besser zu schützen.

Eine Maßnahme zum besseren Schutz der schwachen Verkehrsteilnehmer ist, die Fahrzeuge künftig bereits fünf Meter vor dem Fußgängerüberweg zum Halten zu bringen. "2017 gab es in Belgien 4.034 Fußgänger, die im Straßenverkehr verletzt wurden oder starben. Das sind 248 mehr als vor fünf Jahren. Damit nimmt unser Land den drittschlechtesten Platz aller westeuropäischen Länder ein. Nur Portugal und Italien schneiden noch schlechter ab“, sagt Danny Smagghe, der Sprecher von Touring.

"Im Jahr 2017 starben 95 Fußgänger auf Belgiens Straßen. Im Jahr zuvor, 2016, waren es mit 78 deutlich weniger. Die Zahl der tödlichen Verkehrsopfer unter den Fußgängern macht 16 Prozent der Gesamtzahl der Verkehrstoten aus."

Den Autofahrern gab Touring den Rat, wachsam im Straßenverkehr zu sein, insbesondere bei Dunkelheit. Die Autofahrer dürften sich auch nicht von elektronischen Apparaturen im Auto ablenken lassen oder  mit dem Beifahrer schwatzen. Sie müssen ihre Geschwindigkeit in der Nähe von Fußgängerüberwegen und Schulen drastisch reduzieren. Auch bei der Höflichkeit im Verkehr könnten sich die Belgier noch mehr anstrengen.

Von den Fußgängern erwartet Touring, dass sie möglichst keine dunkle Kleidung tragen, insbesondere bei Dunkelheit: "Sorgen Sie dafür, dass Sie gesehen werden!", empfiehlt die Organisation. Ferner müssen die Fußgänger natürlich auch die Ampeln respektieren und beim Überqueren einer Straße nicht mit dem Handy spielen oder sich von einem mp3-Spieler ablenken lassen.

Tourings Forderung an die Autoindustrie ist, mehr in Systeme zum Schutz von Fußgängern und Radfahrern zu investieren.

Hinsichtlich der Infrastruktur, stellt Touring fest, dass der Zustand vieler Bürgersteige und Fußgängerüberwege schlichtweg erschütternd sei. An vielen Stellen in der Innenstadt könne man die Fußgängerüberwege kaum erkennen, weil die Farbe schon verblasse  und die Bürgersteige seien entweder uneben oder hätten unzählige Löcher. Bei den Straßen ist das übrigens nicht anders. Touring schlägt deshalb vor, die Autos schon fünf Meter vor einem Fußgängerüberweg anhalten zu lassen.

Weitere Nachrichten