Historisches Kult-Gemälde: Die “Dulle Griet” ist wieder zu Hause

Das berühmte aber weiterhin rätselhafte Gemälde „Dulle Griet“ von Pieter Brueghel dem Älteren ist gerade frisch restauriert worden und ist wieder an seinem angestammten Platz im Museum Mayer van den Bergh in Antwerpen. Zwei Jahre lang hatten die Restaurierungsarbeiten gedauert. Im Zuge dieser Arbeiten konnten neue Erkenntnisse zu diesem Werk gewonnen werden. 

Den Auftrag zur Restaurierung des Gemäldes „Dulle Griet“ hatte das Königliche Institut für das Kunstpatrimonium in Brüssel erhalten. Im Rahmen der Arbeiten konnten neue Erkenntnisse zu diesem apokalyptisch anmutenden Werk gewonnen werden. Der Himmel auf diesem Bild ist von Bruegel definitiv in blau und grün gemalt worden und ein nach der Restaurierung zu erkennender klarerer Tiefenblick zeigt jetzt Details, die lange eher unsichtbar waren. Auch das Jahr der Entstehung der „Dulle Griet“ konnte mit Sicherheit angepasst werden. Es stammt aus dem Jahr 1563, wurde demnach also zwei Jahre später gemalt, als man bisher angenommen hatte. Ein Geheimnis gab das Gemälde aber immer noch nicht preis, nämlich wer eigentlich diese „Dulle Griet“ war oder ist…

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Die „Dulle Griet“ war nicht sofort nach ihrer Restaurierung in Brüssel wieder in die Sammlung Mayer van den Bergh nach Antwerpen gekommen. Sie nahm vielmehr einen Umweg via Wien, wo das Werk bei der Bruegel-Ausstellung im Kunsthistorischen Museum zu sehen war. Diese einzigartige Ausstellung wurde von rund 400.000 Menschen besucht, konnten doch davor noch nie so viele Bruegel-Werke auf einmal zu bewundern sein. Doch jetzt ist das Werk wieder in Antwerpen an seinem angestammten Platz im Museum Mayer van den Bergh, übrigens das einzige Museum in ganz Flandern, das Werke von Pieter Bruegel dem Älteren in seiner Sammlung hat (siehe auch nebenstehenden Beitrag).  

Das Gemälde zeigt die „Dulle Griet“ (zu Deutsch etwa die „Tolle Grete“), wie sie beladen mit vermutlich geplünderten Gegenständen aus einer brennenden und apokalyptisch anmutenden Stadt flüchtet. Sie sieht dabei wie eine wahnsinniger Kriegerin aus, die wohl einem Inferno aus Feuer, Dämonen und kämpfenden Meuten entkommen will. Das Werk kommt zu einem geeigneten Zeitpunkt zurück nach Antwerpen, denn dieses Jahr wird der 450. Todestag von Pieter Bruegel dem Älteren begangen. Dazu werden zahlreiche Ausstellungen veranstaltet, die überall in Flandern zu erleben sein werden, z.B. in Brüssel, im Pajottenland oder auch im Freilichtmuseum Bokrijk in der Provinz Limburg.