Tourismus: Brügge blickt auf ein absolutes Rekordjahr zurück

Rund 8,3 Millionen Touristen haben im vergangenen Jahr die flämische Stadt Brügge besucht. Nie zuvor zählte Brügge so viele Gäste innerhalb eines Jahres. Zudem birgt dieser Rekord einen Besucheranstieg um rund ein Viertel in zwei Jahren Zeit. Obschon dabei die Kassen klingeln will Brügge dafür sorgen, dass das Leben und Wohnen in der Stadt angenehm bleibt. 

Dies wollen der Fremdenverkehrsverband und die Stadtverwaltung von Brügge unter anderem dadurch erreichen, dass die Zahl der touristischen Souvenirläden eingeschränkt bleibt. Die Besucher Brügges sind sehr verschieden. Es handelt sich dabei um Gäste aus der Umgebung, um Tagesausflügler aus ganz Belgien und aus den Nachbarländern, aber auch um ausländische Touristen, die in Brügge übernachten oder die einen Kurztrip in die Stadt machen, wenn sie mit einem Kreuzfahrtschiff in Zeebrügge festmachen.

Die meisten Besucher Brügges, die in der Stadt übernachten, sind Briten. Doch in den letzten Jahren steigt die Zahl der Touristen aus Spanien und aus Italien. 2018 buchten über 2,5 Millionen Touristen eine oder mehrere Übernachtungen in der Stadt. Die Gäste sorgen in Brügge natürlich auch für enorme Umsätze. Im vergangenen Jahr wurden hier rund 700 Mio. € ausgegeben.

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(c) Marcel Malherbe/ Hollandse Hoogte

Davon profitieren nicht nur die Souvenirläden oder die Gastronomie, sondern auch die Museen der Stadt. Sowohl die privaten, als auch die kommunalen oder staatlichen Einrichtungen begrüßten hunderttausende Besucher. Einen Rekord verbuchten die Betreiber der Brügger Grachtenbötchen. Sie beförderten letztes Jahr rund 1,25 Millionen Besucher über die „Reien“, wie die Brügger Grachten genannt werden.

Zustände, wie in Dubrovnik, Venedig oder Barcelona - inzwischen völlig überlaufene Tourismusmetropolen - will Brügge vermeiden. Der neugewählte Stadtrat bleibt auf der Hut. Hier will man dafür sorgen, dass nicht zu viele neue Souvenir- und Kitschläden eröffnet werden, denn auch das Leben und Wohnen in der Brügger Innenstadt soll erträglich bleiben. Ob es allerdings eine gute Idee ist, zusätzliche Parkplätze zu schaffen, ist eine andere Frage. Allerdings finden die Anwohner am Rande der autofreien Innenstadt kaum noch Abstellmöglichkeiten für ihre eigenen Autos.  

Jurjen Drenth

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