BELGA/WAEM

Vor 10 Jahren: Kim De Gelder richtet ein Blutbad in einer Kindertagesstätte an

„Ich möchte mich informieren.“ Mit dieser Frage verschaffte sich der damals 20 Jahre alte Kim De Gelder am 23. Januar 2009 Zugang zur Kindertagesstätte „Het Fabeltjesland“ (Foto) in der Ortschaft Sint-Gillis-bij-Dendermonde in Ostflandern. Drinnen aber erstach er eine Kleinkindbetreuerin und zwei Babys. Diese Nachricht versetzte Belgien in einen Schockzustand und ging um die Welt. 

Zuvor hatte Kim de Gelder (Foto unten) Mitte Januar 2009 eine 72jährige Frau in deren Wohnung in Varsenare bei Jabbeke (Westflandern) mit mehreren Messerstichen getötet. Eine Woche später, genauer am 23. Januar 2009, richtete er ein Blutbad in der Kindertagesstätte “Het Fabeltjesland” in Dendermonde an. Dabei erstach er eine 54 Jahre alte Kleinkindbetreuerin und danach zwei Babys, zwei gerademal 9 Monate alte Jungs.

Zeugenaussagen zufolge stach De Gelder wahllos auf alles ein, was sich bewegte, auch auf wehrlose Kleinkinder. Von den damals dort anwesenden 18 kleinen Kindern blieben nur 6 unverletzt. Bei dem Blutrausch wurden auch zwei weitere Betreuerinnen schwer verletzt.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

De Gelder konnte kurz nach der letzten Tat gestellt werden. Er hatte sich mit seinem Fahrrad aufgemacht, um eine weitere Kinderkrippe in Dendermonde zu überfallen. In seinem Rucksack fand die Polizei bei dessen Verhaftung weitere Waffen, darunter Messer und eine Axt. Vier Jahre später mussten 12 Geschworene darüber urteilen, ob De Gelder in vollem Umfang schuldfähig war und ob es als erwiesen gelten kann, dass er vier Menschen ermordet hat.

Zudem kam noch der Vorwurf des 25fachen Mordversuchs hinzu, denn in “Het Fabeltjesland” verletzte er einige weitere Personen, darunter Kleinkinder und er wollte weiter töten. Sein Motiv: Möglicherweise Rache an der Gesellschaft, was er am Tag der Tat mit blutig rot gefärbten Haaren und einem weiß geschminkten Gesicht unterstreichen wollte.

(Lesen Sie bitte unter der Illustration weiter)

Während des Prozesses sagte der Angeklagte, der aus Sinaai bei Sint-Niklaas (Provinz Ostflandern) stammt, kein Wort. De Gelder wurde in allen Fällen schuldig gesprochen und wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, was in Belgien 30 Jahre Gefängnis bedeutet. Das bedeutet aber auch, dass der Täter in fünf Jahren von einer vorzeitigen Haftentlassung profitieren könnte.

Heute stellen sich Psychologen die Frage, ob der damals 20 Jahre alte Täter wirklich in vollem Umfang schuldfähig war. Sein Anwalt versucht offenbar, seinen Mandanten aus der Haft zu holen und internieren zu lassen. Dies, so die Ansicht von Beobachtern, sei sicherer, als ihn von vorzeitiger Haftentlassung profitieren zu lassen. Dieses Verfahren wird wohl noch Monate, wenn nicht Jahre dauern. 

Weitere Nachrichten