Belgien drängt auf Verbot von Chlorpropham

Belgien wird für ein europäisches Verbot von Chlorpropham stimmen. Das hat der belgische Landwirtschaftsminister Denis Ducarme am gestrigen Mittwoch bekannt gegeben. Die Abstimmung hierüber, die eigentlich an diesem Donnerstag oder Freitag hätte stattfinden sollen, ist jedoch wieder einmal verschoben worden.

Chlorpropham ist ein Herbizid, das vor allem im Kartoffelanbau verwendet wird. Es ist der in Deutschland offenbar am häufigsten eingesetzte Wachstumsregulator. Der Ständige Europäische Ausschuss für PflanzenTiereLebensmittel und Futtermittel sollte eigentlich an diesem Donnerstag oder Freitag über das Verbot abstimmen. Doch wie sich herausstellt, ist die Abstimmung auf Februar oder gar März verschoben worden.

“Der Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ist eindeutig: Chlorpropham ist ein Stoff, der sowohl der Gesundheit des Menschen - und damit der Bauern -, als auch der Umwelt schadet. Belgien wird sich für ein Verbot dieses Produkts aussprechen", sagte Ducarme.

Dem EFSA-Bericht zufolge seien verschiedene schädliche Auswirkungen von Chlorpropham festgestellt worden und zwar im Blut, in den Nieren, der Leber und in der Milz. Wer dem Stoff zu stark ausgesetzt ist, sei gefährdet. Das gelte vor allem für Kinder, heißt es in dem Bericht. Rückstände des Stoffes seien zudem in Materialien in Lagerstätten, die für die Lagerung von Kartoffeln benutzt werden, zu finden. 

Die Europäisch Kommission will Chlorpropham deshalb auch verbieten. Der Sektor zeigt Verständnis, denn obwohl der Stoff immer noch eingesetzt wird, sind sich auch Landwirte und Industrie der Risiken und der Notwendigkeit zur Entwicklung von alternativen Stoffen bewusst, so der Minister. 

Die Abstimmung im Ausschuss hätte eigentlich schon im Dezember stattfinden sollen, musste aber schon einmal ausgesetzt werden, weil sich herausstellte, dass nicht genügend Mitgliedstaaten den Vorschlag zum Verbot unterstützen würden.