Meeresluft gegen Krebs und zu hohen Cholesteringehalt

Wer Meeresluft einatmet, tut etwas für seine Gesundheit. Das ist bekannt, aber weniger bekannt war bislang wohl, dass die Meeresluft auch im Kampf gegen Krebs und hohen Cholesteringehalt helfen soll. Das geht jedenfalls aus einer Untersuchung der Universität Gent und des Flämischen Meeresinstituts hervor.

Die Meeresluft bremst ein bestimmtes Gen, das eine wichtige Rolle bei Lungenkrebs und beim Cholesteringehalt spielt. Forscher der Fakultät für Bio-Ingenieurswissenschaften versuchen jetzt herauszufinden, welche Stoffe in der Meeresluft diesen Effekt haben. Sie wollen verstehen, was diese Stoffe mit anderen Zellen in unserem Körper machen, heißt es bei der UGent an diesem Donnerstag.

Das Spritzwasser, das durch die Wellen in der Luft versprüht wird, enthält viele natürliche Stoffe, die durch Algen und Bakterien produziert werden und die gut für die Gesundheit sind. Sobald Sie Seeluft einatmen, nimmt Ihr Körper diese Stoffe auf.

"Wir haben Proben von der Meeresluft entnommen und diese im Labor untersucht“, so der Forscher Emmanuel Van Acker. "Dort haben wir Lungenkrebszellen des Menschen den Luftproben ausgesetzt und sind nachgegangen, welche Effekte sie in Sachen Gesundheit verursachen. Dabei haben wir speziell auf die Auswirkungen auf unsere Gene geachtet und dies mit Ergebnissen aus anderen Wissenschaftsstudien verglichen."

Aus der Untersuchung geht hervor, dass Seeluft die Funktion eines Gens bremst, das eine wichtige Rolle bei Lungenkrebs und beim Cholesteringehalt spielt. "Ältere Studien zeigten, dass Lungenkrebszellen absterben und dass das Cholesterin zurückgeht, wenn wir dieses Gen bremsen. Neue potenzielle Krebstherapien und die jüngste Generation Cholesterininhibitoren beeinflussen in gleicher Weise dieses Gen. Jetzt, da wir wissen, dass auch Meeresluft die Funktion dieses Gens bremst, können wir erwarten, dass Meeresluft eine ähnlich positive Auswirkung auf die Gesundheit haben kann", betont die Forscherin Jana Asselman.

Weitere Forschungen zu den Stoffen in der Meeresluft sind in vollem Gange, so die UGent. Die Studie wurde in der Wissenschaftszeitschrift Scientific Reports veröffentlicht.