Gruppenkauf für E-Autos in Flandern erfolgreich. Aber die Kritik lässt nicht auf sich warten

In Flandern haben sich innerhalb einer Woche 1.926 Interessierte für einen Gruppenkauf von Elektroautos mit Gruppenrabatt für Mengenbestellungen eingetragen. Das übersteige die Erwartungen, sagte ein Sprecher der Internetplattform Bobex, die von der flämischen Regierung mit der Koordinierung des Gruppenkaufs beauftragt wurde. 

Demnach zeigten sich vor allem Fahrer über 55 Jahre aus dem Raum Antwerpen an dem Angebot interessiert. Zur Auswahl stehen der Nissan Leaf, Renault Zoé, Hyundai Kona Electric und der Peugeot ion. Für diese vier Modelle haben die Initiatoren Gruppenrabatte von bis zu 14.000 Euro ausgehandelt.

Bis 2020 sollen nach dem Wunsch der flämischen Regierung 7,5 Prozent der Fahrzeuge elektrisch fahren. Die flämische Regierung gewährt auch eine Prämie von 3.500 oder 4.000 Euro (je nach Fahrzeugtyp) für den Kauf eines Elektroautos. Das ist unabhängig von diesem Gruppenkauf. Das Budget für das gesamte Jahr 2019 beträgt über 11 Millionen Euro.

Die zuständige flämische Landessministerin, Lydia Peeters, glaubt aber nicht, dass es wirklich zu einem Ansturm auf das Elektroauto und die dazugehörige Prämie kommen wird. Sie weist auch darauf hin, dass nicht jeder Interessent tatsächlich einen Kauf tätigen wird. Auf jeden Fall ist es nicht die Absicht, das in diesem Jahr für die Prämie zur Verfügung stehende Budget von 11 Millionen Euro zu erhöhen. Sollte die Nachfrage das Angebot übersteigen, besteht die Möglichkeit, dass die Prämie reduziert wird.

Kritik

Der flämische Bürgerbeauftragte Bart Weekers erklärte der Zeitung ‚Het Laatste Nieuws‘, dass er bereits E-Mails mit kritischen Bemerkungen erhält. "Die Bürger erwarten, dass sie den günstigsten Preis durch einen Gruppenkauf bekommen können, aber momentan gibt es vergleichsweise günstige Angebote auch anderswo und das ohne Gruppenkauf.“

Der Bürgerbeauftragte weist darauf hin, dass es nur Prämien für 2.500 bis 3.000 Autos gibt. "Und jetzt, nach einer Woche, haben sich bereits fast 2.000 Interessenten für den Gruppenkauf angemeldet. Es besteht eine gute Chance, dass einige Käufer die Prämie nicht erhalten oder dass die Prämie reduziert werden muss.“

"In der Mitteilung über diesen Gruppenkauf wird behauptet, jeder werde diese Prämie erhalten. Das ist nicht der Fall. Ab dem kommenden Herbst, nach der Verarbeitungszeit, erwarte ich die ersten Beschwerden über abgelehnte Prämien. Die flämische Regierung sollte so etwas nicht tun. Schuster, bleib bei deinen Leisten!", findet  Bart Weekers.

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