AP2008

7 von 10 Belgiern sind bereit für ein Elektroauto

Siebzig Prozent der Belgier würde sich beim Kauf eines neuen Fahrzeugs für ein elektrisches Auto entscheiden, wenn dieses genauso viel kosten würde wie ein gewöhnlicher Wagen. Mehr als die Hälfte der Belgier (54 Prozent) würde das Auto auch gerne häufiger in der Garage lassen. Das geht aus einer iVOX-Verkehrsstudie hervor, die vom 2. bis 8. Januar unter Tausend aktiven, nicht zu Hause arbeitenden Belgiern im Auftrag von Greenpeace durchgeführt wurde.

iVOX wollte von den Befragten unter anderem ihre Meinung zu den Firmenwagen wissen. Die Hälfte der Belgier, die nicht von zu Hause aus arbeitet (49 Prozent), findet, dass das Firmenwagen-System komplett abgeschafft werden sollte. Sie betrachten das System als ein ungerechtes System mit vielen Nachteilen. So denken selbst die Arbeitnehmer, die einen Firmenwagen benutzen.  "Die Hälfte dieser Gruppe ist damit einverstanden, dass die Steuerbegünstigungen für Firmenwagen eine der Hauptursachen für die Verkehrsprobleme in unserem Land ist. 42 Prozent sieht hierin auch eine wichtige Ursache für Umweltprobleme", heißt es bei der Umweltorganisation.

Rund die Hälfte der Befragten (54 Prozent) würde das Auto gerne mehr vor der Haustüre stehen lassen. Drei Viertel der Belgier findet, dass die öffentlichen Verkehrsmittel die Stauprobleme lösen könnten. Doch 61 Prozent ist der Auffassung, dass es an guten Verbindungen für seinen/ihren Pendelverkehr fehle.

Der Belgier nimmt auch mehr Rücksicht auf das Klima und die Luft. Nur 8 Prozent würde beim Kauf eines neuen Autos noch einen Diesel in Erwägung ziehen. Knapp 70 Prozent würde ein Elektro-Auto kaufen, wenn dieses genauso viel wie ein anderes Auto kosten würde.

Greenpeace sieht in diesen Ergebnissen den Beweis dafür, “dass der Belgier offen für Veränderungen ist, allerdings müssen die Alternativen bezahlbar und zugänglich sein". Die Organisation fordert die belgische und die regionalen Regierungen auf, 2019 endlich einen ehrgeizigen Verkehrspakt auf den Weg zu bringen. Einen Pakt, der die Autoindustrie eindeutig in die Richtung dränge, alle Autos, die mit fossilen Treibstoffen fahren, mit Verfallsdaten zu versehen.

Länder wie Norwegen (bis 2025), Schweden, Dänemark, Frankreich, Großbritannien und Indien haben das bereits gemacht, China wird in Kürze folgen. Der Pakt solle außerdem für ein Ende der Firmenwagen sorgen und sich auf einen komfortablen öffentlichen Verkehr, sichere Radinfrastrukturen und neue nachhaltige Mittel zur Fortbewegung konzentrieren, schlägt Joeri Thijs, Experte für nachhaltigen Verkehr und saubere Luft bei Greenpeace, vor.

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