In Belgien kann der Kunde bald medizinische Hilfsmittel im Supermarkt kaufen

Schon bald können Sie im Supermarkt auch medizinische Hilfsmittel kaufen. Sterile Mullbinden und Kältesprays zum Beispiel sowie Sonden sind also ab nächster Woche Donnerstag auch in den Supermärkten erhältlich. Das hat die Gesundheitsministerin der geschäftsführenden Regierung, Maggie De Block, bekannt gegeben. Für Medizin wie Schmerzmittel muss der Patient jedoch nach wie vor eine Apotheke aufsuchen.

Sterile Mullbinden oder Wärmesalben und Kompressen sind ab dem 7. Februar im Supermarkt erhältlich. Die Gesundheitsministerin in der geschäftsführenden Regierung, Maggie De Block, sagte gegenüber der VRT: „Zunächst setzen wir damit eine europäische Richtlinie um. Diese will, dass ein freier Verkehr von Dienstleistungen und Gütern gewährleistet wird. Das bisherige Monopol bei den Apotheken für zum Beispiel sterile Kompressen hat dagegen verstoßen.“

Lieven Zwaenepoel vom Apothekerverband betonte hierzu: „Die Liberalisierung kann zur Kommerzialisierung führen und das ist im Gesundheitswesen doch nicht erstrebenswert.“ Weiter betonte Zwaeneoel, dass sich der Apothekerverband vor allem Sorgen um solche medizinischen Hilfsmittel mache, die Medikamenten ähnlich seien und die Empfehlungen und begleitenden Rat benötigten. „Diese werden Sie natürlich von einer GB-Kassiererin nicht bekommen.“

In den Niederlanden kann man schon jetzt Medikamente wie Schmerzmittel im Supermarkt kaufen. Doch so weit will Ministerin De Block nicht gehen. „Sinn der Sache ist nicht, Schmerzmittel im Supermarkt zu verkaufen. Denken Sie nur an Menschen mit einem unterschwelligen Magenproblem. Die Person könnte davon eine Magenblutung bekommen“, so De Block. „Hier ist ein fachkundiger Rat des Apothekers weiterhin notwendig.“

Doch das Interesse von Seiten der Supermärkte ist groß. Nicht jeder großer Supermarkt darf allerdings einfach so medizinische Hilfsmittel verkaufen. „Die Supermärkte müssen sich bei der öffentlichen Agentur registrieren lassen“, erklärte Dominique Michel vom Handelsverband Comeos. „Sie müssen wissen, dass diese Produkte bereits online verkauft werden. Die bekommen Sie also heute schon einfach so.“

Medizinische Hilfsmittel im Supermarkt kaufen, darüber gehen die Meinungen auseinander. So spielt bei vielen Kunden der Preis eine Rolle. Der ist im Supermarkt wahrscheinlich niedriger als in der Apotheke, betonte ein Kunde. Auf der anderen Seite müsse man im Supermarkt vielleicht länger als in der Apotheke nach dem Produkt suchen, meinte ein anderer Kunde, den die VRT im Supermarkt zu diesem Thema befrug.

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