Stiftung Warentest warnt vor Schadstoffen in Lippenbalsamen für Kinder

Die meisten Lippenbalsame für Kinder enthalten Stoffe, die der Gesundheit schaden können. Stiftung Warentest “Test Aankoop” untersuchte 21 Sorten, doch nur drei Lippenbalsame wurden für tauglich befunden. Die schädlichsten Stoffe in den Lippenbalsamen sind gesättigte und aromatische Kohlenwasserstoffe. Man geht davon aus, dass sie krebserregend sind.

Viele Lippenbalsame für Kinder sind knallrosa und werden in verschiedenen Geschmacksrichtungen wie "Chupa chups", Cola, Fanta oder Vanille verkauft. Auf den Verpackungen glänzen Abbildungen von Disney-Prinzessinnen, Hello Kitty und Minions.

Test Aankoop wollte untersuchen, in welchem Maße sich gefährliche Stoffe in den Produkten befinden und untersuchte 21 Lippenstifte. Dabei konzentrierte sich die Verbraucherorganisation vor allem auf die Anwesenheit von gesättigten Kohlenwasserstoffen (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons, MOSH) und aromatische Kohlenwasserstoffe (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons, MOAH). Das sind Stoffe, die im Mineralöl vorkommen. Diese Stoffe sind häufig in Lippenbalsamen für Erwachsene enthalten. Von MOAH wird vermutet, dass sie krebserregend sind und MOSH können Tumore in Lymphknoten, in der Leber und in der Milz bilden. Außerdem stehen die Stoffe nicht auf der Verpackung.

 „Sollten die Stoffe tatsächlich krebserregend sein, so Simon November“, der Sprecher von Test-Aankoop, „sollten diese lieber nicht in den Lippenbalsamen verarbeitet werden und schon gar nicht in Lippenbalsamen für Kinder.“ Die Lippenbalsame sähen ja auch noch wie Spielzeug aus und schmeckten lecker, so dass die Kinder viel mehr davon benutzten als notwendig. Es wäre aber viel besser, die Lippenbalsame nicht zu benutzen. „In unserem Test enthielten nur drei Balsame keinen dieser Kohlenwasserstoffe.“

Das gefährliche an den Lippenbalsamen sei, dass ein Teil der Stoffe über den Mund aufgenommen werden könne.

Die Verbraucherorganisation ruft das Gesundheitsministerium und die befugte Ministerin Maggie De Block dazu auf, strengere Normen für die Verwendung von MOSH und MOAH vorzuschreiben.

Auf der schwarzen Liste stehen unter anderem Labellino von der besonders beliebten Marke Labello und Blistex sowie Laino. Die letzten beiden enthalten auch Stoffe, von denen bekannt ist, dass sie  
endokrine Disruptoren sind.

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