Belgiens Bahn beförderte 2018 wieder eine Rekordzahl an Fahrgästen

Die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB zählte im vergangenen Jahr rund 244 Millionen Reisende. Das entspricht einem Anstieg um 3,7 % bzw. um 8,6 Millionen Fahrgäste gegenüber 2017, als schon einmal ein neuer Fahrgastrekord festgestellt werden konnte. Offenbar ist die Bahn wieder für viele Zeitgenossen eine Verkehrsalternative auch in der Freizeit. 

Die Zahl der Fahrgäste im Inlandsverkehr bei der belgischen Bahn steigt strukturell weiter an. 2018 stieg sie um 3,7 % gegenüber 2017 und damals betrug der Anstieg 3,6 % gegenüber dem Vorjahr. Diese steigenden Fahrgastzahlen betreffen laut Bahnsprecher Dimitri Temmerman alle Bereiche. Die Zahl der Berufspendler mit Abo stieg letztes Jahr um 3 %. 2017 betrug der Anstieg noch nur 2 %. Die Zahl der Schülerabos bei der Bahn stieg im gleichen Zeitraum um 2,5 % gegenüber einem Plus von 1,4 % im Jahr davor. 

„Die steigenden Zahlen zeigten sich bei allen unseren Produkten und in allen Fahrgastsegmenten. Die Zahl der Reisenden mit einem Abonnement stieg 2018 noch stärker als 2017.“

Bahnsprecher Dimitri Temmerman

Die Bemühungen der Bahn, mehr Freizeitreisende in die Bahn zu holen, tragen ebenfalls Früchte: „Das ist das Resultat einer kommerziellen Strategie der NMBS/SNCB, die sich darauf konzentrierte, mehr Reisende auch während der Normalverkehrszeit (die Zeit außerhalb des Berufsverkehrs (A.d.R.)) anziehen zu können. 2018 wurde diese Strategie noch mit der Lancierung von günstigen Tickets verstärkt, wie dem Mobility Pass an den ‚autofreien Sonntagen‘ oder dem Happy Ticket in der Weihnachtszeit.“ 

Mehr Züge und eine multimodale Fahrgastinformation

Laut Bahnsprecher Temmerman will die NMBS/SNCB auf die steigenden Fahrgastzahlen mit mehr Zügen reagieren: „Seit Dezember 2017 ist das Angebot um 5,1 % angehoben worden, was im Durchschnitt rund 200 Züge mehr am Tag bedeutet. Die Vorstadtnetze sind weiter ausgebaut worden und am Wochenende wurde das Angebot spezifischer mit mehr Zügen in die Shoppingstädte an Samstagen und zusätzlichen Studentenzügen an Sonntagen.“

Inzwischen will die belgische Bahn gemeinsam mit den regionalen Verkehrsgesellschaften eine „intermodale“ Fahrgastinformation entwickeln, eine Art „Routenplaner“ per App, genannt „Smart Mobility Planner“. 

Nicolas Maeterlinck

Diese App soll den Reisenden ermöglichen, ihre Reiseroute mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Kombination mit Fußweg und/oder Fahrrad zu planen. Daran beteiligt sind neben der NMBS/SNCB auch die regionalen Nahverkehrsgesellschaften De Lijn in Flandern, TEC in der Wallonie und MIVB/STIB in Brüssel. Allerdings können über diese App keine Fahrscheine erworben werden und Fahrpreise gibt diese „smarte“ Plattform auch nicht. Die Entwickler suchen jetzt Testpersonen, die das System auf Herz und Nieren prüfen sollen. 

HDW

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