Brabanter Killer: Erneut Beamter verdächtig, Ermittlungen manipuliert zu haben

Nur wenige Tage nach der Verhaftung eines Polizeibeamten wegen mutmaßlicher Manipulationen der Ermittlungen im Fall der Killerbande von Brabant wurde jetzt ein zweiter Polizist verhört, gegen den die gleichen Vorwürfe erhoben werden. Auch hier geht es um einen fragwürdigen Waffenfund in einem Kanal bei Ronquières im Jahr 1986, ein Jahr nach dem letzten brutalen Überfall der Killerbande von Brabant, der 1985 in Aalst verübt wurde.

François A., ein ehemaliges Mitglied einer Soko der belgischen Kriminalpolizei, die mit dem Fall der Killerbande von Brabant betraut war, ist am Dienstag von Beamten der Bundespolizei verhört worden. Ihm wird vorgeworfen, Informationen zu dem oben genannten Waffenfund 1986 zurückgehalten bzw. nicht weitergegeben zu haben. Damit, so der Vorwurf, habe er die damaligen Ermittlungen manipuliert.

Letzte Woche wurde ein früherer Kollege von François A, Philippe V., festgenommen (siehe nebenstehenden Beitrag). Gegen ihn werden die gleichen Vorwürfe erhoben und Philippe V. bleibt zudem in Untersuchungshaft.

Damit scheint sich zu bestätigen, dass etwas mit dem Waffenfund vom November 1986 im Kanal Brüssel-Charleroi in Ronquières nicht stimmt. Dort waren damals Waffen entdeckt worden, die die Killer von Brabant mutmaßlich bei einigen blutigen Überfällen genutzt hatten.

1985, also ein Jahr zuvor und kurz nach dem letzten Überfall in Aalst war dort schon einmal nach Hinweisen gesucht worden, doch dabei wurden keine Waffen entdeckt. Zudem konnten die 1986 gefundenen Waffen nur wenige Tage lang im Wasser gelegen haben, wie ballistische Untersuchungen ergaben.

Die Frage lautet jetzt, warum dort 1986 wieder nach Waffen getaucht wurde. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass die beiden verdächtigen Ermittler einen Informanten hatten (oder haben), der möglicherweise wichtige Hinweise auf die bis heute unerkannten Verbrecher geben kann. 

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