Klimadonnerstag: Wieder tausende Jugendliche auf den Straßen

Auch an diesem Donnerstag schwänzen in Belgien wieder tausende Schulkinder den Unterricht, um lautstark die Politik an ihre Verantwortung in Sachen Klimaschutz zu erinnern. In Brüssel demonstrierten rund 12.500 Schüler und Studenten und in Lüttich sogar etwa 15.000. In Löwen (Leuven) in Flämisch-Brabant kamen einige hundert Grundschulkinder und ihre Lehrpersonale zusammen, um ebenfalls für den Klimaschutz zu demonstrieren. 

Viele Lehrerinnen und Lehrer aus den Grundschulen in Flandern geben an, dass den Kindern in ihren Klassen dieses Thema ebenfalls sehr am Herzen liegt. Doch um nach Brüssel zu fahren, um dort mit den älteren Schulkindern zu protestieren, sind sie noch zu jung. Deshalb durften sich die Kinder aus Löwener Schulen mitsamt ihren Lehrpersonalen am Donnerstagmorgen vor der Universitätsbibliothek am Ladeuzeplein versammeln.

Inzwischen schwänzen tausende Schüler und Schülerinnen schon seit mehreren Wochen jeden Donnerstag den Unterricht und dies lässt die Schulen an Alternativen denken. Eine Idee ist, das Thema Umwelt und Klima mehr in den Unterrichten zu besprechen. Vorläufig sind die aktiven Teilnehmer der Bewegung „Youth for Climate“ aber noch nicht so ganz davon überzeugt.

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Brüssel

Sie fordern weiter von der Politik Taten und weniger Worte. Diesem Aufruf folgten jetzt auch über 3.400 Wissenschaftler aus ganz Belgien. In einem offenen Brief unterschreiben sie die Forderungen der Jugendlichen und belegen deren Sorgen mit belegbaren Zahlen. Und inzwischen werden die belgischen „Klimaschwänzer“ auch international bekannt, denn ihre Aktionen bleiben dem Ausland nicht verborgen - ganz im Gegenteil.

Zufällig ist die Klimabeauftragte der Vereinten Nationen, Joyce Msuya (Foto unten), in diesen Tagen in der belgischen und europäischen Hauptstadt Brüssel. Sie sagte dazu, dass sie von den Aktionen der belgischen Jugend zum Klimaschutz sehr beeindruckt ist: „Was ich als Leiterin des UN-Umweltprogramms faszinieren finde, ist der Effekt dieser Protestmärsche auf andere Länder. Ich höre von Jugendlichen in anderen Ländern, dass sie von den Aktionen beeindruckt sind. Leute aus den USA und aus Kanada stellen mir Fragen dazu.“

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Joyce Msuya

Msuya schließt in ihre Ausführen aber auch die Klimamärsche ein, die schon an einigen Sonntagen in Brüssel zehntausende Menschen auf die Beine bringen: „Sie sind beeindruckt davon, dass hier junge Mütter mit ihren Kindern mitmachen und auch von den Teilnehmerzahlen. Sie sind auch beeindruckt davon, dass das Thema Klimaschutz auch hier im Unterricht so präsent ist."

Dass das Thema Umwelt und Klimaschutz bei weitem nicht nur Schüler und Studenten bewegt, macht eine andere Tatsache deutlich. Im Laufe von nur wenigen Wochen haben insgesamt mehr als 23.000 Bürger in Belgien Appelle an die vier für Umwelt zuständigen Bundes- und Landesminister gerichtet und auch in den Parlamenten auf allen politischen Ebenen müssen sich die Mehrheitspolitiker den Fragen von Bürgern und anderen Politikern stellen… 

Löwen

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