Prinz Laurent schreibt einen "bösen Brief" an Premier Michel

Prinz Laurent (Foto), der Bruder von König Philippe, hat sich mit einem erbosten Schreiben an Premierminister Charles Michel (MR) gewandt. Er fordert von der belgischen Bundesregierung, dass diese ihm dabei hilft, eine 50 Millionen-Euro-Entschädigung aus Libyen einzufordern. In seinem Schreiben spart der Prinz nicht mit Kritik.

Vor vielen Jahren hatte Prinz Laurent mit seiner eigenen Umweltvereinigung GDST, die heute offiziell nicht mehr existiert, in Libyen in ein Umweltprojekt investiert, bei dem es um die Anpflanzung von Millionen Bäumen ging. Doch im Zuge des „Arabischen Frühlings“ im Jahr 2011, der auch den damaligen lybischen Diktator Gaddafi zu Fall brachte, brach dieses Projekt zusammen und die Millionen des Prinzen schienen verloren.

Der Prinz klagte dagegen vor einem Brüsseler Gericht und bekam Recht. Der lybische Staat und dessen Regierung, bzw. was davon noch übrig bleibt, wurden von einem belgischen Richter dazu verurteilt, Prinz Laurent 50 Mio. € zurück zu erstatten.

Das Gericht begründete dieses Urteil damit, dass Libyen seinerzeit den Vertrag mit der Vereinigung GDST einseitig gebrochen habe und dabei die geleistete Investition nicht zurückgezahlt habe. Doch Libyen erkennt dieses Urteil nicht an und weigert sich, dem Prinzen die Entschädigung zu überweisen.

"Diskriminierung!"

Jetzt wirft Laurent, das „schwarze Schaf“ der belgischen Royals, der geschäftsführenden belgischen Bundesregierung in einem Schreiben an Premier Michel vor, ihn mit diesem Vorgang alleine zu lassen und sich nicht darum zu kümmern, dass er sein Geld zurückbekommt. Dabei wirft er der Regierung ein „Versäumnis“ vor und er wirft insbesondere Bundesaußenminister Didier Reynders (MR) vor, ihn zu „diskriminieren“.

Dieser habe anderen belgischen Unternehmen, die ebenfalls Geschäfte mit Libyen gemacht hatten, wohl dabei geholfen, ihr Geld zurückzubekommen. Gegenüber der Nachrichtenagentur Belga gab Premier Michel zu erkennen, dass er und seine geschäftsführende Regierung nicht helfen können. Belgien sein an Resolutionen der Vereinten Nationen und an die Regelungen der Europäischen Union gebunden. Diese würden es unmöglich machen, in einem solchen Fall zu intervenieren.

Die diversen Projekte von Prinz Laurent geraten immer wieder in die Schlagzeilen und sie liefern selten konkrete Ergebnisse. Erfolgreich bleiben allerdings seine Tierschutzinitiativen im eigenen Land, wie z.B. ein von ihm gefördertes Obdachlosenheim, in dem auch Hunde zugelassen sind. 

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