Das ändert sich zum 1. Februar in Belgien: De Lijn-Tarife werden teurer und Regeln für E-Roller strenger

Wie jeden Monat ändert sich auch einiges in diesem Monat Februar für die Bürger. So werden die Tarife der flämischen Nahverkehrsgesellschaft De Lijn leicht erhöht und die Regeln für E-Roller etwas strenger. 

De Lijn-Preise werden leicht teurer

Mehrere Tarife der flämischen öffentlichen Verkehrsgesellschaft De Lijn, darunter SMS-Fahrkarten und Abonnements, werden an diesem 1. Februar etwas teurer. "Die Abonnements, die SMS-Fahrkarten und die Tagespässe werden mit durchschnittlich 1,73 Prozent an den Index angepasst", sagt De Lijn. Am Preis der billigsten Fahrkartennachweise, solche, die der Fahrgast mit dem Smartphone kaufen kann, verändert sich nichts.

Konkret kostet zum Beispiel ein Buzzy Pazz-Jahresabonnement (12 bis einschl. 24 Jahre) 212 Euro (anstelle von bislang 209 Euro). Ein Omnipass-Jahresabonnement  (für 25- bis 64-Jährige) kostet 319 Euro (anstelle von 314). Das Jahresabonnement für Leute ab 65 Jahren wird ein Euro teurer und kostet von heute ab 54 Euro. Auch die anderen Abonnements und die meisten Tageskarten werden etwas teurer.

Diejenigen, die ihre Fahrkarte über SMS kaufen, müssen künftig ebenfalls mehr bezahlen. Ein SMS-Ticket, das eine Stunde gültig ist, kostet 2,25 Euro, 10 Cent mehr als bislang. Ein SMS-Tagespass kostet 7,15 Euro. Das ist 1 Euro mehr als bisher.

Andere Tarife ändern sich nicht. "Die digitalen Fahrkartennachweise (m-Ticket, m-Card10 und m-Tagespass), eine Fahrkarte für eine Einzelfahrt und Fahrscheine mit einer bestimmten Anzahl Fahrten (Lijnkaarten) werden nicht teurer", so De Lijn.

NMBS erhöht einige Tarife, senkt aber andere

Auch die belgische Bahn NMBS erhöht ab diesem 1. Februar einige Tarife. Durchschnittlich werden Bahnreisen um 0,69 Prozent teurer. Allerdings gibt es große Unterschiede in den Angeboten. Die Abonnements steigen im Preis, während einige Einzelfahrkarten billiger werden.

Die NMBS will neue Fahrgäste anziehen und senkt deshalb die Tarife von Standard- und Wochenendfahrkarten für Strecken von mindestens 35 Kilometern in der 2. Klasse. Fahrkarten in der 1. Klasse werden auf Kurzstrecken auch billiger.

Ferner können Jugendgruppen von nun ab billiger reisen. Kinder unter 12 Jahren, die in Gruppen reisen, müssen ab jetzt einen symbolischen Betrag von 1 Euro pro Fahrt bezahlen. Gruppentickets (ab 15 Personen) für Fahrgäste ab 12 Jahren werden allerdings teurer. Auf die Gruppenreisen gibt es nur noch 60 anstelle von 70 Prozent Rabatt.

Daneben muss der Vielreisende künftig mehr für seine Zugfahrt bezahlen. Der Abonnement-Preis für die Strecke vom Wohn- zum Arbeitsplatz und ein Schülerabonnement wird um 1,18 Prozent teurer. Zehnerkarten werden ebenfalls teurer. Der Go Pass 10 für junge Leute unter 26 Jahre kostet jetzt 53 anstelle von 52 Euro für zehn Fahrten  (+1,9 %). Erwachsene kostet das Bahnfahren in Zukunft sogar noch viel  mehr: Der Rail Pass wird 7,8 Prozent teurer und kostet nun 83 Euro für zehn Fahrten anstelle der bisherigen 77 Euro.

Für Reisende mit Fahrrad im Gepäck werden die Tarife übersichtlicher: Es gilt ab heute ein fester Tarif von 4 Euro pro Fahrt. Klappräder bleiben kostenlos. 

Kostenerstattung für Medikamente zur Raucherentwöhnung werden ausgeweitet

Ein so genanntes Starterpaket mit Medikamenten zur Raucherentwöhnung kostet den Raucher von nun ab weniger. Außerdem können Raucher mehr als zwei Mal versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören und erhalten eine Kostenerstattung. Wie die Gesundheitsministerin Maggie De Block weiß, seien manchmal sieben oder mehr Versuche nötig, bis es mit dem Aufhören klappe. 2015 entschied sie, zwei Behandlungen mit Medikamenten zur Raucherentwöhnung pro Person zu erstatten. Jetzt breitet sie das auf drei Behandlungen aus, die alle fünf Jahre wiederholt werden können.  Für ein Starterpaket musste der Raucher bislang 49,95 Euro aus der eigenen Tasche bezahlen, ab diesem 1. Februar kostet ihn das nur noch 9,80 Euro auf Anordnung und 14,80 Euro ohne Anordnung.

Neues vorläufiges Führerscheinmodell

Jemand, der seinen vorläufigen Führerschein der Klasse B erlöschen lässt, muss nicht mehr drei Jahre warten, bevor er ihn noch einmal beantragen darf. Doch nur wer nachweislich 6 Fahrstunden in einer Fahrschule absolviert hat, kann einen neuen vorläufigen Führerschein beantragen. Ist das nicht der Fall, muss er oder sie wie bislang üblich die drei Jahre aussitzen.

Der Probeführerschein darf nur einmal beantragt werden und ist nur für einen Zeitraum von zwölf Monaten gültig. Der neue vorläufige Führerschein hat den Namen "vorläufiger Führerschein Modell 12".

Die neue Regelung soll verhindern, dass die Führerscheinkandidaten ihre Fahrfertigkeiten während der Wartezeit von drei Jahren verlieren. Die zeitliche Einschränkung soll zudem verhindern, dass eine Person immer wieder ihren vorläufigen Führerschein verlängert. 

Jonas Hamers / ImageGlobe

Strengere Regeln für E-Roller

Anbieter von Car-Sharing und Rad- sowie E-Roller-Sharing in Brüssel benötigen künftig eine Lizenz. Damit soll dem willkürlichen Stehenlassen von E-Rollern ein Ende bereitet werden.

Unternehmen wie Lime, Bird und Flash werden enger mit den Behörden zusammenarbeiten, um eine optimale Dienstleistung möglichst reibungslos anbieten zu können.  Es hat in der Vergangenheit immer wieder Beschwerden über das chaotische Zurücklassen von E-Rollern oder Rädern gegeben. Das soll sich ändern.  “Letztes Jahr gab es plötzlich enorm viele Leih-Räder in  Brüssel, ohen dass wir darüber informiert worden wären”, sagt der Brüsseler Verkehrsminister Pascal Smet. “Leihfahrzeuge sind gut, aber wir müssen das geordnet machen. Wir haben in Zusammenarbeit mit den Unternehmen für ein neues Gesetz gestimmt, um in Zukunft Chaos zu vermeiden."

Die Gesetzgebung betrifft mehrere Richtlinien, an die sich die Nutzer halten müssen. So können mehrere "No Drop-Zonen" festgelegt werden.

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