König Albert II. will keine DNA-Probe im Fall Delphine Boël abliefern und zieht vor Kassationshof

König Albert II. will keine DNA-Probe abliefern und zieht im Fall Delphine Boël vor den Kassationshof, das oberste Gericht in Belgien.

Vor einigen Monaten hatte das Brüsseler Berufungsgericht überraschend entschieden, dass Jacques Boël weder der biologische, noch der gesetzliche Vater von Delphine Boël sei und dass König Albert II. einen Vaterschaftstest machen müsse. Der Test soll zeigen, ob er der biologische Vater von Delphine Boël ist oder nicht. Gegen dieses Urteil will der König nun vorgehen und zieht vor den Kassationshof.

Delphine Boël bittet das Gericht schon seit Jahren, als biologische Tochter von König Albert II. anerkannt zu werden.

Jetzt, da sich der König weigert, eine DNA-Probe zu abzugeben, wird das Urteil des Berufungsgerichts ausgesetzt, bis der Kassationshof ein Urteil gefällt hat.

"Es ist schon viel geschrieben und gesagt worden in dieser Frage, die doch eine Privatangelegenheit ist", sagt Alain Berenboom, der Anwalt von König Albert II. "Wie jeder andere Bürger in dieser Situation, will er eine ruhige Abhandlung durch das Gericht und fragt nichts anderes, als das Gesetz zu befolgen. Er will sich dort äußern und nicht in den Medien." Solange der Kassationshof kein Urteil gefällt habe, wolle Albert auch keine DNA-Probe abgeben, lässt Berenboom auch noch wissen.

Ein jahrelanger - juristischer - Kampf

Fünf Jahre dauert nun schon der juristische Kampf von Delphine Boël an, um von Albert II. als biologische Tochter anerkannt zu werden.

Delphine Boël behauptet, dass König Albert II. ihr Vater sei. Ihre Mutter, Baronin Sybille de Selys Longchamps, soll eine jahrelange Affäre mit Albert gehabt haben. Ihr gesetzlicher Vater ist Jacques Boël. Er war der Ehemann von Sybille de Selys Longchamps zum Zeitpunkt als Delphine geboren wurde.

Vor eineinhalb Jahren befand ein Familiengericht, dass Jacques Boël weiterhin der gesetzliche Vater bleibe. Eine biologische Verbindung haben die beiden nicht. Das steht seit einem DNA-Test von Jacques Boël fest. Doch das Gericht befand, dass dieser sich stets wie ihr Vater verhalten habe. Sie trägt seinen Namen und wuchs in seiner Familie auf.

Delphine Boël ging in Berufung. Die Vaterschaft von Jacques Boël musste zunächst bestritten werden. Das erfolgte im November. Gleichzeitig entschied das Berufungsgericht, dass Albert II. innerhalb von drei Monaten eine DNA-Probe abgeben müsse. Zu einem DNA-Test kann man in Belgien nicht gezwungen werden, aber im Falle einer Weigerung, kann die Justiz davon ausgehen, dass er sehr wohl der Vater ist. 

König Albert II. reizt nun ein weiteres juristisches Mittel aus und zieht vor den Kassationshof. Über den Inhalt wird dann nicht mehr diskutiert. Der Kassationshof geht aber nach, ob alle Verfahren korrekt verlaufen seien und ob das Gesetzt korrekt angewandt wurde. Jetzt muss abgewartet werden, ob der Kassationshof das Urteil in Berufung akzeptiert oder nicht.

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