Flughafen Zaventem: Brüsseler Richter verlangt von der Regierung Studie zur Auswirkung von Fluglärm

Die belgische Bundesregierung ist vom erstinstanzlichen Gericht in Brüssel dazu verurteilt worden, eine Studie durchzuführen, die die Auswirkung des Fluglärms auf die Anwohner der Brussels Airport in Zaventem analysiert. Das Urteil erfolgte nach einer Klage der Brüsseler Regionalregierung wegen der zahlreichen Überschreitungen der dort geltenden sehr strengen Lärmschutznorm. Das hält die Flughafenbetreiber aber nicht davon ab, in den Standort weiter zu investieren.

Generell sind die Urteile der Brüsseler Regionalregierung in Sachen Fluglärm sehr streng, was wohl auch an den hier geltenden Lärmschutznormen liegt, die deutlich schärfer sind, als in den anderen Ländern und Regionen in Belgien bzw. die, die die Bundesbehörden handhaben. Die jetzt per Gerichtsurteil verlangte Studie zur Auswirkung des Fluglärms auf die Anwohner bzw. die Betroffenen rund um den Brüsseler Nationalflughafen muss bis zum 3. Juni 2019 vorliegen. Andernfalls drohen Zwangsgelder in Höhe von 300.000 € pro Monat, in dem diese Analyse nicht vorgelegt worden ist.

Vor knapp anderthalb Jahren, genauer am 19. Juli 2017, hatte das gleiche Gericht in Brüssel beschlossen, dass zwischen 23 Uhr am Abend und 7 Uhr am Morgen keine Überschreitungen der geltenden Lärmschutznorm auf drei Flugrouten über der Hauptstadt mehr zugelassen werden.

Dieses Urteil betrifft die sogenannte „Kanalroute“, die sogenannte „Ringroute“ über Brüssel und die Anflugroute zur kurzen Landebahn 01 am Flughafen in Zaventem. Auf die Forderung der Region Brüssel-Hauptstadt und einigen Brüsseler Gemeinden, die Starts oder Landungen via „Kanalroute“ schlicht und einfach zu verbieten, ging das Gericht damals allerdings nicht ein.

Doch im gleichen Urteil wurde der belgischen Bundesregierung schon vorgeschrieben, auf eigene Kosten eine solche unabhängige Impaktstudie anzufertigen, doch dies ist bisher ausgeblieben. Von daher zog die Brüsseler Regionalregierung erneut vor Gericht und erreichte, dass eine solche Studie bis spätestens zum Stichtag 3. Juni 2019 vorliegen muss. 

100 Mio. € Investitionen in BruCargo, dem Frachtbereich am Flughafen von Zaventem

Auf dem Gebiet von BruCargo, dem Frachtbereich des Brüsseler Nationalflughafens wird derweil an den Vorbereitungen zum Bau eines neuen Logistikgebäudes gearbeitet. An diesem Standort sollen 50.000 m² zusätzliche Lagerkapazität entstehen. Diese Maßnahme ist das größte Vorhaben in einem einer 100 Mio. € schweren Gesamtinvestition in diesen Standort. 

Das neue Logistikgebäude entsteht im Westen des BruCargo-Geländes in unmittelbarer Nähe zum sogenannten „Tarmac“, dem Flugfeld des Brussels Airport. Vier Unternehmen werden die Aktivitäten an diesem Standort übernehmen, der auch für das Behandeln von temperatursensiblen Waren und Gütern, wie z.B. Pharmaprodukte, geeignet sein wird. In diesem Bereich will sich BruCargo ohnehin spezialisieren.  

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