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Noch immer keine Weihnachtspost für die belgischen Soldaten in Afghanistan

Die belgischen Soldaten, die derzeit im Rahmen von internationalen Missionen in Afghanistan stationiert sind, haben seit rund zweieinhalb Monaten keine Post mehr aus der Heimat erhalten. Grund dafür ist die Tatsache, dass die einzigen Flugzeuge der Luftwaffe, die nach Afghanistan fliegen dürfen, für „wichtigere“ Einsätze benötigt werden.

„Sogar die Weihnachtskarten unserer Kinder sind noch nicht angekommen“, sagte die Frau eines belgischen Soldaten, der seit November in Afghanistan, genauer in Mazar-i-Sharif ist. Die Armee entschuldigt diesen Vorgang mit der Tatsache, dass bestimmte Transportmaschinen der Luftwaffe derzeit andernorts dringender gebraucht werden:

„Weil wir mit bestimmten Sicherheitsauflagen Rechnung tragen müssen, dürfen dort nur unsere C-130-Transportflugzeuge dort landen. Aber unsere neun C-130er sind sehr gefragt und dadurch ist die Post manchmal sehr verspätet.“

Das Verteidigungsministerium ist sich der Tatsache durchaus bewusst, dass die Post für die Soldaten und deren Familien sehr wichtig ist. Offenbar fliegt nach an diesem Wochenende eine C-130 zu den belgischen Standorten in Afghanistan, die auch die Weihnachtspost für die Soldaten an Bord haben wird. Auf dem Rückflug werden dann auch die Briefe für die Familien in Belgien mitgenommen.

Heute würde man sagen, dass Briefe altbacken sind, doch in weiten Teilen in Afghanistan gibt es kein Internet und damit fallen SMS-Berichte, Emails, Facebook oder WhatsApp aus. Zudem sind bestimmte elektronische Medien und Kommunikationsmittel für Soldaten bei Auslandseinsätzen verboten. Das liegt daran, dass Hacker auch an Daten von Soldaten interessiert sein könnten.

Und nur die C-130-Transportflugzeuge der belgischen Luftwaffe haben ein Raketenabwehrsystem an Bord. Eben deshalb dürfen auch nur Maschinen dieses Typs (Foto unten) nach Afghanistan fliegen.

BELGA/GAUDIN

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