Zwei Kinder eines getöteten IS-Kämpfers in Belgien angekommen

Die beiden Kinder eines getöteten IS-Kämpfers aus Belgien sind von den Behörden unseres Landes aufgenommen worden. Lange hatte sich Belgien geweigert, die Kinder aufzunehmen, doch Ende Dezember urteilte ein Gericht in Brüssel, dass für die zwei kleinen Mädchen Einreisedokumente ausgestellt werden müssen. Sie hielten sich zuletzt in der Türkei auf.

Der Vater der beiden kleinen Mädchen, die in Syrien geboren sind, kämpfte dort für die islamistische Terrorbewegung IS und kam dabei ums Leben. Der Mann, ein belgischer Staatsangehöriger, kam aus der Provinz Limburg. Seine Frau, die Mutter der beiden Kinder, ist in der Türkei zu 10 Jahren Haft wegen terroristischer Aktivitäten verurteilt worden und sitzt dort in einer Zelle. Um die beiden Kinder kümmerten sich Verwandte, die zwischen Belgien und der Türkei hin- und herpendelten.

Die Großmutter der Kinder mütterlicherseits, eine Frau aus der Gegend von Beringen in der Provinz Limburg, hatte sich dafür eingesetzt, dass die beiden kleinen Mädchen nach Belgien kommen können, was die hiesigen Behörden allerdings zunächst zu verhindern wussten. Am 19. Dezember 2018 urteilte der Richter, dass die belgischen Bundesbehörden für die Kinder Einreisedokumente ausstellen müsse. Die Regierung legte dagegen zunächst Berufung ein, dennoch sie stellte die erforderlichen Papiere am 22. Januar 2019 aus.

Am Montag sind die Mädchen dann in Belgien angekommen, wo sie vom Jugendamt übernommen wurden. Die Staatsanwaltschaft in Limburg kündigte danach an, dass das Jugendamt der Provinz für eine geeignete Aufnahme sorgen werde. Welche Rolle die Familie vor Ort dabei spielen wird, wurde nicht angegeben.

Ein Problem bei dem gesamten Vorgang war die Türkei, denn die dortigen Behörden mussten der Ausreise der Kinder zustimmen, was aber auf diplomatischem Wege geregelt wurde. Ein weiteres Problem stellte die Tatsache dar, dass die Kinder keine Staatsangehörigkeit haben. Sie kamen in Syrien zur Welt, wo es jeweils keine Geburtsakte gab. 

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