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Künstlicher Deichbruch: Der Naturpark Het Zwin wächst um 120 Hektar

Mit dem zielgerichteten Durchbrechen des sogenannten „Internationalen Deichs“ ist der Naturpark Het Zwin in Knokke-Heist um 120 Hektar gewachsen. Diese Arbeiten waren notwendig, um das Naturschutzgebiet zu sichern bzw. gegen eine drohende Versandung zu schützen. Die Arbeiten zur Vergrößerung von Het Zwin an der belgisch-niederländischen Grenze und der Nordseeküste laufen bereits seit 3 Jahren.

Mit dem Durchbruch des 1872 angelegten „Internationalen Deichs“, der sowohl in Belgien, als auch in den benachbarten Niederlanden liegt, fanden diese Arbeiten ihren Höhepunkt und Abschluss. Durch diesen künstlichen Deichbruch wird der Naturpark Het Zwin mit seinem Vogelschutzgebiet 333 Hektar groß. Das entspricht einer Vergrößerung um 120 Hektar, von denen 110 Hektar auf belgischen Boden sind.

Damit vergrößert sich in erster Linie der Willem Leopold-Polder, der in den vergangenen Jahren zu versanden drohte. Immer weniger Meereswasser erreichten diesen Polder, wodurch die dem Naturschutzgebiet eigenen Salzwiesen und Schlickgebiete in Gefahr gerieten. Jetzt ist die Mündung von Het Zwin auf 400 Meter breite erweitert worden und die Zwin-Rinne ist auf 200 Meter verdreifacht worden. Das bedeutet, dass bis zu dreimal mehr Seewasser dort hineinströmen kann.

Gleichzeitig ist aber auch ein neuer Deich gebaut worden, der 5,6 Kilometer lang, 70 Meter breit und 7 Meter hoch ist. Dieser Deich soll das Hinterland vor Jahrhundertstürmen schützen. Zudem wurden neue Brutgebiete für Vögel angelegt, was Flora und Fauna einen deutlichen Mehrwert bringt. Auch für Frösche sind neue Biotope angelegt worden.

Jetzt bleibt zu erwarten, wie sich die Natur auf diese Eingriffe einlässt. Die See hat Land zurückbekommen und Het Zwin darf sich jetzt aus eigener Kraft weiterentwickeln. ass

Foto Wouter Faveyts - Zwin Natuur Park
Kurt Desplenter
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