Ricardo Smit

Google Earth zeigt scharfe Satellitenbilder von Atomkraftwerken und Google weigert sich, diese unkenntlich zu machen

Google weigert sich, die Satellitenbilder der Kernkraftwerke in unserem Land auf Online-Diensten wie Google Maps und Google Earth auszublenden oder zu verpixeln. Das schreibt die Zeitung De Tijd. Die belgische Atomaufsichtsbehörde FANC bestätigt dies und spricht von einer Sicherheitslücke bzw. einem Sicherheitsrisiko.

Ob Google Maps oder Google Earth: Sie können ganz leicht gestochen scharfe Satellitenbilder der Atomkraftwerke Doel oder Tihange finden. Die belgische Atomaufsicht FANC macht sich deshalb Sorgen, sagt Sprecherin Ines Venneman. "Letztes Jahr haben wir einen Bericht des französischen Parlaments geprüft. Es hat sich herausgestellt, dass sich die französischen Behörden die gleichen Sorgen machten. Die FANC hat Google daher aufgefordert, die entsprechenden Seiten zu verpixeln oder auszublenden.

Im Oktober schickten die FANC und der damalige Innenminister Jan Jambon (N-VA) diese Aufforderung per Brief an Google. "Wir haben keine Antwort erhalten", sagt Venneman. "Doch für uns ist das nicht das Ende der Geschichte. Wir werden weitere Möglichkeiten untersuchen, wie wir die Bilder doch noch unscharf machen können.“

Kleine Brogel ist unscharf

Laut Google gebe es keinerlei juristische Grundlage, um die Bilder auf Google Earth zu löschen, so der Sprecher Michiel Sallaets. Die Satellitenbilder stammten nämlich von Dritten. „Wenn Sie Satellitenbilder bei Google Earth unkenntlich machen möchten, müssen Sie sich an den Eigentümer dieser Bilder, das heißt an die Quelle, wenden. Es gibt in Belgien keine Rechtsgrundlage, die besagt, dass sie von ‘Google Belgien‘ unscharf gemacht werden müssen und wir arbeiten mit Google immer innerhalb des bestehenden Rechtsrahmens zusammen. Das haben wir auch den Leuten zu verstehen gegeben, die uns diese Frage gestellt haben.“

Die FANC geht dennoch davon aus, dass das Internetunternehmen Anpassungen vornehmen kann, denn zuvor hatte es bereits auf Drängen des Verteidigungsministeriums alle Satellitenbilder des NATO-Luftwaffenstützpunktes Kleine Brogel ausgeblendet. Andere militärische Standorte sind hingegen bei Google immer noch erkennbar. Ferner weist De Tijd auf ein unangenehmes Detail hin: Selbst auf der Webseite der flämischen Regierung, Geopunt.be, seien detaillierte Satelliten- und Luftbilder, unter anderem vom Kernkraftwerk Doel, für jeden leicht sichtbar.

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