Netflix allgegenwärtig in Flandern

In noch nicht einmal fünf Jahren hat sich Netflix einen festen Platz in einem Drittel der flämischen Haushalte erkämpft. Vor allem Personen von zwanzig bis Ende dreißig haben, über ein gemeinsames Konto oder nicht, Zugang zu den Serien und Filmen des amerikanischen Online-TV-Dienstes. Das geht aus Zahlen des Digimeters 2018 des Forschungsinstituts Imec hervor.

Imecs Digimeter, das Forschungsinstitut an der Universität Gent, untersucht jedes Jahr die Mediennutzung von mehr als 4.500 Flamen. Die Ergebnisse des Digimeters werden erst nächste Woche veröffentlicht. Die VRT konnte jedoch schon bestimmte Ergebnisse einsehen, da unser öffentlich-rechtlicher Sender mit Imec zusammenarbeitet. Die vorherige Umfrage ergab, dass ein Fünftel der Flamen regelmäßig das Angebot von Netflix nutzte. Aus dem Digimeter 2018 geht nun hervor, dass diese Gruppe weiter gewachsen ist und inzwischen ein Drittel ausmacht.

Damit scheint, dass der amerikanische Streamingdienst in Flandern tatsächlich den Durchbruch geschafft hat. In allen Altersgruppen ist die Zunahme groß, doch Netflix erreicht vor allem Menschen zwischen zwanzig und Ende dreißig.

Mehr als die Hälfte der 34-Jährigen sieht sich ab und zu Netflix-Serien und -Filme an. Knapp ein Drittel dieser Gruppe macht das sogar täglich. Doch Netflix schlachte laut Digimeter nicht das bestehende TV-Angebot aus, sondern es sei ein zusätzliches Angebot, so der Professor und Medien-Experte, Lieven De Marez von der Universität Gent. "Netflix ist die treibende Kraft hinter sich verändernden Fernsehgewohnheiten. Junge Leute zappen nicht mehr so viel zwischen den Kanälen hin und her, sondern zwischen Plattformen und Schirmen. Dort gibt Netflix den Ton an. Man bezahlt 10 Euro für ein kleines Paket zusätzlich zum klassischen Fernsehabonnement."

Ein Trend, der sich parallel zum Aufstieg von Netflix unvermindert fortsetzt: Linear fernsehen ist langsam aber sicher überholt. Erstmals sehen weniger als die Hälfte der Flamen täglich live fern. Diese Entwicklung ist vor allem bei jungen Leuten nicht mehr zu übersehen: Nur noch knapp ein Fünftel der jungen Leute unter 24 Jahren schaut täglich linear fern. Allein in der Gruppe der über 65-Jährigen ist das traditionelle Fernsehen noch allgegenwärtig.

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