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Neue EU-Regeln zum Schutz der Patienten vor gefälschten Medikamenten

Ab diesem Samstag gelten in der Europäischen Union neue Vorschriften zum Schutz der Patienten vor gefälschten, unwirksamen oder gefährlichen Arzneimitteln.

Gefälschte Arzneimittel wurden bereits in Apotheken in verschiedenen europäischen Ländern entdeckt, aber noch nicht in Belgien. Nach den neuen Vorschriften muss jede Medikamentenschachtel mit einem eindeutigen Code, einem 2D-Strichcode und einer Vorrichtung gegen Manipulation versehen sein. Der Code ist auch in einer Datenbank gespeichert, erklärt Jan Depoorter vom Allgemeinen Pharmazeutischen Verband.

„Sobald der Apotheker dem Patienten das Medikament übergibt, wird der Code gescannt, der Inhalt mit dem verglichen, was in der Datenbank gespeichert wurde und überprüft, ob es sich um genau den gleichen Inhalt handelt. Damit wird die Echtheit des Medikaments garantiert. Außerdem wird es in der Datenbank deaktiviert, so dass das gleiche Medikament nicht zwei Mal verkauft werden kann“, so Depoorter.

Die Apotheken - einschließlich Online-Apotheken - und Krankenhäuser müssen also die Echtheit der Arzneimittel prüfen, bevor sie sie an die Patienten abgeben. Damit soll die Sicherheit und Qualität von in der EU verkauften Arzneimitteln gewährleistet werden, heißt es in einem Pressebericht der Europäischen Kommission hierzu.

Es sei der letzte Schritt zur vollständigen Umsetzung der im Jahr 2011 erlassenen Richtlinie über gefälschte Arzneimittel. „Fast sieben Jahre nach dem Erlass der Richtlinie über gefälschte Arzneimittel wird ihre Umsetzung mit der Einführung einer End-to-End-Überprüfung und von Sicherheitsmerkmalen auf verschreibungspflichtigen Arzneimitteln abgeschlossen. Anders gesagt: Jede Apotheke und jedes Krankenhaus in der EU muss über ein System verfügen, mit dem gefälschte Arzneimittel einfacher und effizienter erkannt werden können. Obwohl noch einiges zu tun ist, damit das neue System EU-weit ordnungsgemäß funktioniert, bin ich zuversichtlich, dass wir dadurch ein weiteres Sicherheitsnetz für die Bürgerinnen und Bürger schaffen, um sie gegen die von nicht zugelassenen, unwirksamen oder gefährlichen Arzneimitteln ausgehenden Gefahren zu schützen“, so der für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zuständige Kommissar Vytenis Andriukaitis in dem Pressebericht. 

Weiter heißt es dort: Das neue System werde es den Mitgliedstaaten ermöglichen, einzelne Arzneimittel besser zurückzuverfolgen, insbesondere, wenn bei einem dieser Arzneimittel Bedenken bestünden.

Die durch die neue Richtlinie verursachten Kosten werden nicht an den Patienten weitergegeben.

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