Alkohol am Steuer: VIAS fordert Null-Toleranz für Fahranfänger

Das belgische Institut für Verkehrssicherheit, VIAS, stellt einen Forderungskatalog vor, mit dem die Politik im Hinblick auf die Parlamentswahlen im Mai in dieser Hinsicht sensibilisiert werden soll. Das Papier fasst 10 konkrete Vorschläge zusammen, wie die Sicherheit im Straßenverkehr verbessert werden kann. Auffälligster Punkt ist eine Forderung für Null-Toleranz bei Fahranfängern in Sachen Alkohol am Steuer.

Das Institut für Verkehrssicherheit fordert die Einführung einer gesetzmäßigen Null-Toleranz bei Fahranfängern in den ersten beiden Jahren, nach dem ein Führerschein ausgestellt wurde, sowohl bei Autos, als auch bei motorisierten Zweiradfahrzeugen aller Art (Motorräder, Mofas, Scooter…). Belgien hinke in dieser Frage hinterher, so VIAS, denn in 17 anderen EU-Mitgliedsländern bestehe eine solche Regelung bereits.

In unserem Land wird dieses Thema seit schon einigen Jahren diskutiert - auch in Zusammenhang mit dem Ziel, die Zahl der Verkehrstoten in Belgien innerhalb von 10 Jahren zu halbieren. Doch die Gegner einer solchen Herangehensweise führen an, dass man junge Verkehrsteilnehmer nicht gleich brandmarken sollte.

VIAS hat in einer entsprechenden Umfrage herausgefunden, sich 69 M% aller Verkehrsteilnehmer unter 35 Jahren für eine solche Maßnahme aussprechen und sogar 80 % aller dabei befragten Personen würden eine Null-Toleranz für Fahranfänger begrüßen.

Weitere Forderungen von VIAS

VIAS fordert neben der Null-Toleranz bei Alkohol am Steuer bei Fahranfängern auch eine Helmpflicht für Fahrradfahrer bis zum Alter von 14 Jahren und ein Verbot von Radarwarngeräten, die vor Geschwindigkeitsmessungen und -kontrollen warnen. Zudem sollen diese Geschwindigkeitskontrollen effizienter gestaltet werden, in dem Mann auch Privatunternehmen damit beauftragt und somit die Verkehrspolizei in dieser Hinsicht entlastet.

Das Verkehrssicherheitsinstitut verlangt außerdem Maßnahmen zur Verbesserung der Straßeninfrastruktur - vor allem für die sogenannten „schwachen Verkehrsteilnehmer“, wie Radfahrer und Fußgänger, eine schnellere und zielgerichtete Bestrafung von Verkehrssündern, mehr Tempo-30-Zonen für alle Innenstädte und Dorfkerne, Speicheltests bei Verdacht auf Drogen am Steuer und eine bessere Versorgung inklusive Nachsorge von Opfern von Verkehrsunfällen.

Diese Forderungen von VIAS sollen den politischen Parteien dabei helfen, das Thema Verkehrssicherheit in den Wahlkämpfen auf regionaler, föderaler und europäischer Ebene auf die diversen Tagesordnungen zu setzen. 

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