Flanderns Bruegel-Jahr 2019 bietet eine außergewöhnliche Reise durch das Land

Nach dem überwältigenden Erfolg der Bruegel-Retrospektive in Wien im vergangenen Jahr macht sich auch das belgische Bundesland Flandern auf, das 450. Todesjahr von Pieter Breugel dem Älteren zu begehen. Zahlreiche Ausstellungen über ganz Flandern verteilt versuchen ein Bild des Malerfürsten zu zeichnen, dessen Werk weltberühmt, dessen Leben aber weitgehend unbekannt ist. Eine kleine Übersicht.

Bernard van Orley

Ab dem 20. Februar 2019 zeigt das Bozar in Brüssel (Foto) die allererste umfassende Retrospektive rund um den Maler Bernard von Orley (1491-1541), der auch als Barend von Brüssel bekannt ist. Van Orley war der Hofmaler der Habsburger in Brüssel und gilt als Vorläufer Bruegels. Diese Ausstellung läuft parallel mit „Drucke im Jahrhundert von Bruegel“, die ihren Fokus auf die im Laufe des 16. Jahrhunderts immer populärer gewordenen Druckkunst mit Bruegel als Höhepunkt und Antwerpen als wichtigstes Zentrum.

Info: www.bozar.be

Im Freilichtmuseum Bokrijk

Das Freilichtmuseum Bokrijk in der Provinz Limburg zeigt ab dem 6. April 2019 mit der Ausstellung „Die Welt von Bruegel“ einen Weg auf, der entlang von Gebäuden führt, die es den Besuchern erlauben, in das Gemälde „Der Kampf zwischen Karneval und Fasten“ einzutauchen. Dabei werden vor Ort Gegenstände und Lebensumstände aus der Zeit Bruegels vorgestellt. Auch Bokrijk geht mit der Zeit, denn dort wird Jugendlichen ermöglicht, diesen Parcours „gamend“ zurückzulegen…

Info: www.bokrijk.be

Im Schloss von Gaasbeek

Das Schloss von Gaasbeek (Foto), das am Rande des ein pittoresken Dorfs Gaasbeek bei Lennik in Flämisch-Brabant liegt, ermöglicht ab dem 7. April 2019 aktuellen Künstlern aller Art unter dem Motto „Feast of fools“ die Möglichkeit, das Werk von Bruegel zu interpretieren. Zur Inspiration dienen auch dort ausgestellte Werke der belgischen Maler Constant Permeke und James Ensor, sowie von Otto Dix. Das Schloss selbst bietet einen Rundgang durch das eigene Gemäuer und durch das eigene Labyrinth. Hier helfen Gemälde, Skulpturen, Musik, Literatur und Film bei der Suche nach dem Weg oder/und dem Ausgang.

Info: www.kasteelvangaasbeek.be

Im Pajottenland

Pieter Bruegel der ältere wohnte ab 1563 in Brüssel, doch er zog regelmäßig durch das Pajottenland auf der Suche nach Inspirationen. Das Pajottenland ist eine nicht wirklich gegrafisch festgelegte Bezeichnung, sondern eher eine geschichtliche und touristische Benennung. Es liegt am grünen Rand südwestlich von Brüssel am Rande des Ortsteils Anderlecht zwischen den Städten und Gemeinden Halle, Edingen, Geraardbergen, Ninove und Aalst. Die Region ist hügelartig, ländlich geprägt und ist in etwa zwischen den Läufen der Zenne und der Dender zu finden. Zwei Ortschaften in dieser Gegend sind in Bruegel-Werken verewigt: Itterbeek und seine Kirche Sint-Anna-Pede (Foto) in „Die Parabel der Blinden“ und die Wassermühle von Sint-Gertrudis-Pede in „Die Elster auf dem Galgen“. Der flämische Tourismusverband hat zwischen beiden Orten einen Wanderweg ausgesucht, entlang dem ab dem 7. April 2019 künstlerisch einiges in dieser Hinsicht zu erleben ist.

Info: www.visitflanders.be

Foto: Alexander Dumarey

Von Fouquet bis Bruegel

Das wunderbare Museum Mayer van den Bergh in Antwerpen lässt ab dem 5. Oktober 2019 zwei außergewöhnliche Meisterwerke mit einander dialogieren: Die „Dulle Griet“ von Pieter Bruegel dem Älteren und die „Madonne“ von Jean Fouquet. Beide „höllenartige“ Gemälde bilden die Basis für ein aufeinanderprallen von zwei besonderen Sammlungen und zwar die von Fritz Mayer van den Bergh und die von Florent van Ertborn, zwei der bedeutendsten Sammler aus dem 19. Jahrhundert.

Info: www.museummayervandenbergh.be

Im Museum Mayer van den Bergh ans brys

Jan Bruegel in Antwerpen

Ein weiteres besonderes Haus in Antwerpen, das Snijders & Rockoxhuis, widmet sich ab dem 5. Oktober 2019 Pieter Bruegels Sohn, Jan Bruegel (1568-1325), der nach seines Vaters Tod in die Schelde-Metropole zog, um dort Karriere zu machen. Jan Bruegel wag eng mit Rubens befreundet und beide arbeiteten nicht selten zusammen. Das Museum zeigt zum ersten Mal rund 50 Zeichnungen von Jan Bruegel an einem Ort und in einer Ausstellungen. Der Künstler hatte sich seinerzeit auf die Landschaftsmalerei, auf Tiere und auf Stillleben mit Blumen verlegt. Einige seiner Gemälde werden die ausgestellten Zeichnungen ergänzen.

Info: www.snijdersrockoxhuis.be

Erwin Donvil

The World of Bruegel in Black and White

Die Königliche Bibliothek in Brüssel am Kunstberg zeigt ab dem 15. Oktober 2019 eine Auswahl an Drucken von Pieter Bruegel. Bevor er malte, fertigte er nämlich Drucke von seinen eigenen Zeichnungen an, von denen etwa 60 bekannt sind, die zahlreich vervielfältigt wurden. Die Königliche Bibliothek hat eine ganze Reihe davon in der eigenen Sammlung, die allerdings eher selten gezeigt werden. Da nur sechs Gemälde von Pieter Bruegel dem Älteren bekannt sind, mag die Zahl an Zeichnungen und Drucken enorm groß erscheinen. Endlich sind noch einmal einige von ihnen im Original zu entdecken.

Info: www.kbr.be

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