Rekord in Flandern: 3 Mia. € nötig, um Schulen zu renovieren oder zu bauen

Insgesamt warten im belgischen Bundesland Flandern derzeit 1.826 Schulverwaltungen auf zugesagte Gelder, um Schulen zu renovieren oder um neue Schulgebäude bauen lassen zu können, wie die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd meldet. Noch nie war diese Warteliste in Flandern so hoch. 

Zwei Gründe hat dieses Phänomen: Zum einen wurde auf flämischer Landesebene jahrelang zu wenig in die Schulinfrastruktur investiert und zum anderen steigt die Zahl der Schulkinder ständig, so De Tijd. Die meisten flämischen Schulen sind alt und über 60 % der „neuen“ Gebäude wurden in den 1970er Jahren errichtet.

Die Schulen stehen immer stärker unter Druck, denn sie müssen renovieren und/oder erweitern. Die Schülerzahlen steigen ständig in Flandern, vor allem auf Ebene des Sekundarschulwesens. Die Zahlen, die De Tijd meldet, sind auch im Jahresbericht der flämischen Landesagentur für Unterrichts-Infrastruktur (Agion) zu finden.

Die flämische Landesregierung gibt dazu an, alles daransetzen zu wollen, diese rekordmäßige Warteliste so rasch wie möglich abzubauen, wie Landesbildungsministerin Hilde Crevits (CD&V) dazu sagt: „Derzeit herrscht eine regelrechte Bauwut. Das ist eine gute Sache, doch wir können nur die Budgets verteilen, die wir haben.“

„Derzeit herrscht eine regelrechte Bauwut. Das ist eine gute Sache, doch wir können nur die Budgets verteilen, die wir haben.“

Landesbildungsministerin Hilde Crevits

Crevits erklärt diese „Bauwut“ damit, dass die belgische Bundesregierung die Mehrwertsteuer auf den Schulbau von 21 % auf jetzt 6 % gesenkt hat: „Wir haben Projekte in Höhe von 2,6 Mia. € ausgeschrieben. Dieser Betrag war noch nie so hoch.“

Doch damit ist bei weitem noch nicht alles abgedeckt, wo im flämischen Bildungswesen noch Schuhe drücken, doch über den Fortgang in diesem Bereich, der auf Basis einer von ihr in Auftrag gegebenen Inventur der Schulbauten und deren Zustand müsse die kommende flämische Landesregierung einen Beschluss treffen. Ende Mai wird auch ein neues flämisches Landesparlament gewählt. 

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