Denkmalschutz für die Gemeindeschule und ihr Badehaus in Vilvoorde

Flanderns Ministerpräsident Geert Bourgeois (N-VA), der auch für Denkmalschutz und Kulturerbe zuständig ist, lässt die ehemalige Gemeindeschule und ihr Badehaus in Vilvoorde (Flämisch-Brabant) unter Schutz stellen. Dieses Gebäude (Foto) ist nicht nur mit seinen Sinnsprüchen auf der Fassade von „besonderem architektonischem Wert“, so Flanderns Denkmalschützer.

Das zentrale Gebäude der Gemeindeschule von Vilvoorde am Rand von Brüssel in Flämisch-Brabant wurde nach einem Entwurf des Brüsseler Architekten Daniël Francken 1908 gebaut. Die Außenfassaden zeigen eine gelungene Kombination aus Ziegel- und Natursteinen. Die Schule zeichnet sich auch dadurch aus, als dass sie in einer Zeit entstand, in der auf Hygiene viel Wert gelegt wurde.

Schon damals befanden sich darin ein überdachter Spielplatz, ein Turnsaal, ein Badehaus und die Wohnung für den Hausmeister, so Bourgeois: „Die ursprünglichen Funktionen wurden größtenteils bewahrt und in der heutigen Funktion als angepasste städtische Berufsschule.“ Der durch seine Sprüche auf der Fassade besonders auffallende Flügel wurde in den Jahren zwischen 1923 und 1934 angebaut.

Diese Sprüche weisen teilweise auch auf die Hygiene-Vorschriften hin, die damals im Trend lagen. „Schmutzige Hände verursachen oft Krankheiten“ oder „Übung bietet Mut, Kraft und sauberes Blut“ heißt es dort.

Das Badehaus hat noch seine ursprüngliche Einrichtung mit besonders hygienischem und leicht zu putzenden Granitböden, gekachelte Duschzellen mit integrierten Kleiderhaken und festen Seifenhaltern. Zunächst wurde das Badehaus nur von Schulkindern genutzt, doch im Zuge der auch industriellen Entwicklung der Stadt - Vilvoorde wurde nach dem Ersten Weltkrieg auch durch viele neue Industrie-Niederlassungen immer größer - durften ab 1933 alle Bürger hier baden gehen.

Ministerpräsident Bourgeois hat jetzt das Verfahren zur Unterschutzstellung des Gebäudes auf den Weg gebracht. Dazu organisiert die Stadtverwaltung von Vilvoorde eine öffentliche Untersuchung, in der jeder die Möglichkeit hat, Empfehlungen, Bemerkungen oder Beschwerden einzureichen.

Das Verfahren wird innerhalb von 9 Monaten abgeschlossen und dann beschließt der dann für Denkmalschutz zuständige flämische Landesminister definitiv über Denkmalschutz für die Gemeindeschule.

 

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