Sechster Klimadonnerstag: Schüler, Studenten und Großeltern marschierten durch Brüssel

Zum sechsten Mal in Folge protestierten schwänzende Schüler und Studenten an einem Donnerstag mit Protestmärschen in Brüssel für mehr Klimaschutz und dafür, dass sich die Politik mehr um dieses Anliegen bemüht. Inzwischen nehmen auch schon Beschäftigte aus dem Bildungswesen an den Protesten teil und auch besorgte Großeltern. Zahlreiche Pensionierte waren auch an diesem Donnerstag wieder unter den rund 11.000 zumeist jungen Demonstranten auszumachen und ihre Zahl steigt jede Woche.

Wie bereits in den vergangenen fünf Wochen zogen die Demonstranten wieder von Brüsseler Nordbahnhof quer durch die Innenstadt in Richtung Bahnhof Süd/Midi. Neben der Schülerbewegung „Youth for Climate“ hat sich auch jetzt eine studentische Bewegung mit dem Namen „Students for Climate“ gegründet.

Diese Bewegung ruft Studierende in allen belgischen Universitäts- und Hochschulstädten dazu auf, ebenfalls für den Klimaschutz auf die Straße zu gehen. Deren Sprecher Bakou Mertens forderte übrigens, dass die Klimapolitik auch sozial gerecht sein müsse: „Eine breite Anhebung der Kraftstoffpreise trifft zum Beispiel nur die sozial Schwachen.“

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Die Proteste sind nicht erst seit gestern generationenübergreifend. Vor einigen Tagen machte sich ein Quartett aus vier Schulkindern im Alter von 9 bis 12 Jahren zu Fuß von Gent in Richtung Brüssel auf, um an dem Protestmarsch teilzunehmen. Dort trafen sie mit den Protest-Initiatorinnen Anuna De Wever und Kyra Gantois zusammen, die die vier Kinder „unsere Klimahelden“ nannten.

Die beiden Organisatorinnen dieser Bewegung in Belgien bekommen am kommenden Donnerstag übrigens Besuch von der schwedischen Schülerin Greta Thunberg, die seit Monaten vor dem Parlament in Stockholm für mehr Klimaschutz protestiert. Sie inspirierte die belgischen Schülerinnen und mit ihnen hunderttausende Schüler und Studenten in ganz Europa.

Neben Schulkindern, Studenten und Lehrpersonalen nehmen immer mehr besorgte Großeltern und Rentner an den Demonstrationen und den Protestmärschen teil. Sie erinnern die Politik daran, dass die Zeit der Unbesonnenheit in dieser Angelegenheit vorbei ist und sie unterstreichen mit ihrer Präsenz, dass die Proteste von weiten Teilen der Bevölkerung getragen werden. 

100.000 Unterschriften für „Sign for my Future“

Eine Woche nach der Lancierung haben bereits rund 100.000 Personen die Petition "Sign For My Future" für eine effektivere Klimaschutzpolitik unterzeichnet. Daraus ist ersichtlich, dass  inzwischen vielen Eltern auch von kleinen Kindern dieses Thema am Herzen liegt.

Die Petition, eine Initiative von über 250 Unternehmen und Verbänden in Belgien, trägt ihren Teil dazu bei, dass die Klimaproteste zunehmend generationen- und gesellschaftsübergreifend werden.

Wer diese Online-Petition unterzeichnet, fordert von der nächsten belgischen Bundesregierung konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz. Ziel ist, dass Belgien bis zum Jahr 2050 klimaneutral sein soll. Dafür muss nach Ansicht der Initiatoren bis spätestens Ende 2020 ein gesetzlicher Rahmen geschaffen werden. So lautet zumindest der Auftrag an die Politik. 

Weitere Nachrichten